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Forschungen im Inneren der Insel Neuguinea : Bericht des Führers über die wissenschaftlichen Ergebnisse der deutschen Grenzexpedition in das westliche Kaiser-Wilhelmsland 1910 / Leonhard Schultze
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astronomischen Bestimmungen arbeiten der hol­ländische Führer und der zur deutschen Abtei­lung detachierte Astronom zusammen. Rück­sendung desPionier" mit den Kranken. 21. bis 27. September: Vortrupp mit den beidersei­tigen Führern auf der BarkasseGrenzjäger" mit den Booten im Schlepptau stromaufwärts bis zu dem Punkte Grenzjäger-Biwak (siehe Sepik-Karte II. Blatt 1). Rücksendung des Grenzjägers" zum Nachholen der Zurück­gebliebenen.

29. September bis 3. Oktober: Stromaufwärts von jetzt ab in Booten (zum Teil noch im Schlepptau einer kleinsten Barkasse) auf der Suche nach einem geeigneten Ort für ein Hauptstandlager der Gesamtexpedition; er wird (siehe Sepik- Karte II. Blatt 2, Hauptbiwak) auf einer breiten Gleituferfläche, gegenüber der Mündung eines Flüßchens (Oktoberflüßchens) in 141° 7' 15" östl. L. und 4 0 4' 18" s. Br. gefunden.

4. bis 13. Oktober: Abbrennen und Roden des Jung­waldes und Bau der Unterkunftshütten und Lagerschuppen. Vergebliche Versuche, direkt in Verfolg des Oktoberflüßchens oder im Blick von erhöhtem Standort Anschluß an den fernsten Südpunkt der Märsche im nördlichen Arbeits­feld zu gewinnen. Eintreffen des Nachtrupps am 12. Oktober. Hauptstandlager als Sieher- heits- und Proviantstation und als Kranken­sammelstelle ausgebaut, unter Befehl des deut­schen Arztes gestellt.

14. bis 30. Oktober in den Schnellen des westlich­sten Sepik-Bogens. Die deutsche Abteilung um­faßte außer den 4 Europäern und deren persön­lichen Dienern q5 schwarze Träger (davon 25 bewaffnet), 14 Ternataner und 30 Dajaks, dem Stamm der Kajan (aus dem Dorfe Lunblu'O) und dem der Pnihing angehörig. Die Ter­nataner samt ihrem Fahrzeug, den Auf­gaben der Schnellenbootfahrt nicht gewach­sen, wurden zum Strandlager zurückgeschickt. Um so besser bewährten sich die Dajaks, durch Vermittlung der holländischen Regierung zu­

gleich mit den Dajaks der holländischen Abtei­lung für uns angeworben. Ihre drei kiellosen, pfeilschlanken Einbäume (mit schwacher Er­höhung des Bordes durch eine Planke) wurden bei der Auffahrt im Gebirge, je nach der Stärke des Stromes, entlastet oder ganz entleert * und die Last über die Uferberge durch Träger bis jenseits des Hindernisses befördert, die Boote selbst über die Kiesbetten seichter Strecken hin- aufgeschlcift. Die Boote haben eine Länge von 18,5 (das große) und 12,75 m (zwei kleine) bei einer Tiefe von 0,55 und 0,53 m in der Mitte, einer größten Breite von 1,2 und 1,1 m Bord- plankenabstand, 0,55 und 0,50 m Bodenflächc. In ruhigem Strom trägt ein großes Dajak-Boot bei voller Beladung 70 Proviantblechkisten ä 15 kg, 26 Menschen und 200 kg Gepäck. Am 30. Oktober Ende der Bergfahrt.

31. Oktober bis 16. November: Während die hollän­dische Expedition den Rückweg antritt, um weiter stromabwärts das Brückenflüßchen zu verfolgen, macht die deutsche Expedition vom 2. bis 13. November einen Vorstoß ins Gebirge. Errichtung eines Lagers für eine Bootswache in der Nähe des fernsten Punktes der Stromfahrt. Besteigung des Peripatus-Gipfels (1492 m) zur Gewinnung eines Überblicks über das Gebirge im Bereich der durchfahrenen Strecke des Sepik- Oberlaufs. Rückfahrt zum Hauptstandlager.

17. bis 26. November: Abbruch des Standlagers. Rückfahrt der vereinigten Expeditionen zum verabredeten Punkt des Zusammentreffens mit den Transportschiffen in der Nähe von Tscheß- bandai. Eintreffen dort am 23. November. Die Java" nimmt die holländische, der deutsche Re­gierungsdampferDelphin" die deutsche Expe­dition auf und fährt sie zur Mündung. Hier Ab­schied von den Holländern, mit denen uns wäh­rend der ganzen Zeit des Zusammenarbeitens herzliche Kameradschaft verband.

27. bis 30. November: Fahrt über Alexis L Hafen nach Friedrich-Wilhelms-Hafen. Eintreffen der Expe­dition am 3. Dezember in Rabaul. Ende.

II. Bericht über den Gesundheitszustand der schwarzen Träger (einschließlich der Bewaffneten) während der Expeditionsarbeiten im Nordbereich.

Von Dr. K. Kopp.

Von den schwarzen Mannschaften trafen 43 Mann am 11. Februar, 115 am 13. April, 28 am 5. Juni, 59 am 28. Juli, im ganzen also 245 Mann, einander ablösend oder ergänzend, im Standlager an der Tami-Münduni>- ein.

Entsprechend den vier Stadien der Expeditions­arbeiten im Norden,

1. Aufenthalt im Standlager bis Anfang Mai,

2. Vorbereitende Märsche und Transporte bis 11. Juni,