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ufers des Umkehr-Flüßchens einen kleinen Blick in den Aufbau der Inlandebene freigegeben. Tone, Sandmergel und streifenweise sehr kalkreiche Mergel sind hier in einem normalen aufrechten Sattel, dort in eine überkippte Isoklinälfalte verbogen, beide discordant von ungestörten Geröllschichten bedeckt. Die kalkreichen Schichten enthalten massenhaft Organismenreste, globigerinen- haltige Seichtwasserabsätze (53.) jungmiozänen oder pliozänen Alters, die demnächst bearbeitet werden sollen.
Zusammenfassend können wir sagen, daß die [nlandebene, soweit überhaupt die wenigen, längs der Marschroute gewonnenen Stichproben eine Verallgemeinerung zulassen, sich aus „verschiedenen Kombinationen derselben tonigen, sandigen und kalkigen Gesteine zusammensetzt, die im nördlichen Vorland des Bewani-Gebirges herrschen. Eine gewisse Verbreitung scheint in der Inlandebene ein dunkelgrünlich-grauer feinkörniger Sandstein zu besitzen, der aus Körnchen von Quarz, Feldspat und Epidot, viel Chlorit, viel organischer Substanz in Schmitzchen und Putzen und etwas Kalk besteht. Ein weißlich-grauer, etwas verquarzter Quarzpor- phyr-Bröckentuff mit viel Eisenkies scheint in der südlichen Ebene in gleicher Weise nur als Geröll vorzukommen, wie entsprechende Gesteine nördlich vom Gebirge" (31.)- Soweit die petrographischen Befunde unserer ersten Orientierungsversuche.
Trotz aller Lücken im einzelnen lassen sich doch in gewissen Grundzügen schon jetzt Beziehungen zu Nachbargebieten feststellen. „Der naheliegende Vergleich der von der deutschen Grenzexpedition mitgebrachten Gesteine mit den aus dem Torricelli-Gebirge bekannten (44., 45., 46.) zeigt ziemlich weitgehende Ubereinstimmung, aber doch im Aufbau der höheren Ketten einen charakteristischen Unterschied. In beiden Gebieten liegen an dar Nordküste und ihr zunächst junge Kalke mit basischen Ergußgesteinen, dann folgen etwas ältere tonige und sandige Gebilde und auf sie in den nördlichen. Vorbergen der Hauptkette Kalkmergel, kalkige Sandsteine und Kalke, an deren Aufbau sich auch Gemengteile basischer Eruptivgesteine beteiligen und denen basische Eruptivgesteine eingelagert sind, eine Serie, deren Alter im Torricelli- Gebirge als der oberen Kreide zugehörig erkannt werden konnte und die sich im Gebirge des Nordbereichs der Grenzexpedition vielleicht auch auf Grund organischer Reste im Kalk genauer bestimmen lassen wird. Während aber die höchsten Kämme des Torricelli-Gebirges offenbar aus Diorit bestehen, wie die Häufigkeit von Gerollen dieses Gesteines in dem Bett des nach Norden abfließen
den Eilo zeigt, fehlen sie im Bewani-Gebirge vollständig. Auch der nach Süden fließende Umkehr- Fluß führt sie in den von der deutschen Grenzexpedition durchwanderten Gebieten nicht, sie werden erst noch weiter im Süden im Oberlauf des Sepik angetroffen. Im Bewani-Gebirge scheinen an ihre Stelle Diabase, Melaphyre, Augitporphyrite, Ouarzporphyre und Quarzkeratophyre zu treten" (31.). Mit diesen kurzen Hinweisen müssen wir uns begnügen, bis eine Expedition, systematischer, als unsere Grenzregulierungspflichten es zuließen, den Bau des Gebirges erforscht haben wird. —
Wir haben im Vorhergehenden das Relief der Landschaft in Umriß und Bau gezeichnet, soweit der Marsch es im ganzen zu übersehen oder in einzelnen Aufschlüssen näher zu betrachten erlaubte. Einen Einblick in den Aufbau des Landes im großen zu gewinnen, der allein erst ein Verständnis der Formen anbahnt, wehrte uns, die wir an zufällig sich bietende Aufschlüsse verwiesen waren, der Wald, der alles deckt.
2. Der Urwald
reicht bis dicht an das Meer. Im Gegensatz zur flachen Sandküste der Sko-Landschaft, die landeinwärts langsam durch freie Strandflur und lichten Busch zum Walde leitet, rückt auf dem östlich sich anschließenden gehobenen Riff
a) der geschlossene Urwald der niedrigen B i n n e n1a n d s c h a f t e n mit der ganzen Uberfülle seines Dickichts unmittelbar an den Steilabfall zum Ozean. Die Palmen recken ihre Wedel aus dem Schatten des Unterholzes in den Lichtraum über der Brandung; vom Boot aus* sieht man die Blütentrauben gelber Orchideen überhangen, und der Hochwald selbst setzt im Profi] mit seinen Stämmen ohne Unterbrechung die Linie des Riff-Abbruchs fort.
im Gegensatz zu unseren Wäldern, wo einige wenige vorherrschende Baumarten den floristischen Charakter bestimmen und in ihrer Einheitlichkeit den Eindruck tiefer Ruhe erwecken, sind es im Urwald Neuguineas Hunderte von Vertretern aus den verschiedensten Familien und Gattungen, die wirr durcheinander stehen. Hier tritt uns nicht Ruhe, sondern überall Kampf entgegen, ein stummes Ringen alles Lebendigen um Platz, Licht und Luft.
«) In vollem Sonnenlicht stehen die Kronen der Sieger. Sic bilden 30 bis 40 m hoch über unseren Köpfen blühende Gärten, in deren Leben uns nur gelegentlich am Steilhang eines Berges, so in rund 700 m Meereserhebung auf der Kohari-Höhe, ein Nahblick von oben frei ist: Da sehen wir Falter,