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Forschungen im Inneren der Insel Neuguinea : Bericht des Führers über die wissenschaftlichen Ergebnisse der deutschen Grenzexpedition in das westliche Kaiser-Wilhelmsland 1910 / Leonhard Schultze
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des Sentani-Sees; dort (48. S. 174) werden solche Steinwerkzeuge aus krystallinen Schiefern und vulkanischen Tiefengesteinen der Cyklopenberge hergestellt, und die Vermutung liegt nahe, daß von dort die Erzeugnisse ihrer Kunst auch den Be­wohnern der Sko-Küste geliefert werden, denen selbst kein Material in bequemer Nähe liegt.

Die Steinklinge des Sago- Hammers hat die Gestalt eines Kegels von 6 bis knapp 15 cm Höhe mit rund gestutzter Spitze, die im Lager ruht, und mit schwacher Verjüngung der Kegel- grundfläche (2*/ 2 bis 3 cm im Durchmesser), die frei aus der Klingenklammer ragt. Die End­fläche selbst stellt eine seichte Grube dar, die bald matt und rauh, bald spiegelnd und glatt ist, bald mit scharfer Kante, bald mit sanf­ter Rundung in die Kegelfläche übergeht.

Die Fassung der Klinge in der Klingen­klammer und deren Befestigung im durch­bohrten Stiel entspricht ganz der Montierung des Beiles.

Das letzte Sago- Hauptgerät endlich, der Sago-Seiher (J: hautä-, S: hatä), das straff in annähernd kreisrunden Rotang-Rahmen von 25 bis 40 cm Durchmesser gespannte Netz zur Trennung des ausgewaschenen Stärkemehls vom Fasergewebe des Marks, gleicht bis in alle Einzel­heiten des Gewirks den aus der Humboldt-Bai be­kannten.

Dem faden Gericht des reinen Sago gibt das Fleisch der Kokosnuß, das fein geschnitten, mit dem Stärkebrei verrührt (siehe Taf. XXXVII. c, J: ni) und zu festem Kuchen verbacken wird, Geschmack und Nährwert. Im Gegensatz zur Sagopalme, die im Bereich der unberührten Tami- Wildnis wächst, kennzeichnet die Kokospalme schon von weitem den schmalen Kulturrand des Waldes; aus seinen stark gelichteten Beständen sieht man vom erhöhten Standpunkt aus allent­halben die schönen Kronen dieser kostbarsten aller Küstenpflanzen im Seewinde sich wiegen.

Ist der Sago für die Ernährung der Sko-Be- wohner die wichtigste Quelle der Kohlehydrate, so liefern ihnen die massenhaft reifen Früchte der

Fig. 3. Geöffnete Klingenklammer

eines Sagohammers von Sae. Daneben die stumpf-bolzenförmige Steinklinge.

!/ 4 natürlicher Größe.

Kokospalme vor allem das tägliche Fett, dem gegenüber, das nur gelegentlich genossene Fett der Tiere ganz in den Hintergrund tritt.

Der Mann, der eine frisch abgedrehte Kokos­nuß von ihrer Faserhülle befreit (siehe Taf. XXII), schließt mit breit gespreizten Oberschenkeln, flach am Boden sitzend, die Frucht wie mit Fingern zwisehen die Zehen und hält sie mit ihnen so fest, daß die eine Hand zum Einstoßen des knöchernen (siehe Taf. XXXIV. a, i) oder hölzernen (siehe Taf. XXXVII. d) Meißels (J: nahäna, T: aiiwam- bön), die andere zum Abreißen der Fetzen frei­bleibt.

Das weiße Fleisch wird aus der geöffneten harten Schale mit Hilfe von flachen, stumpf ge­rundeten Instrumenten (siehe Taf. XXXIV. f und Taf. XXXVII. s, n, J und S: nemo, T: löab, M: sipm) aus Kasuar- und Schweinsknochen herausgeschält oder, falls die Zähne bei der Zerkleinerung so ge­wonnener grober Stücke den Dienst versagen, mit einer Cardium-Schale ausgeschabt.

In der Kulturrandzone des Waldes sind auch die Anpflanzungen von Süßkartoffeln, Y a m s und T a r o zerstreut. Zu ihnen gesellt sich die Ba­li a n c , in der vollen Reife reich an Eiweißstoffen und deshalb der nahrhafteste Ersatz des Fleisches in den nicht allzulangen Fastenzeiten zwischen den Schlachtfesten.

Von allen diesen Gartenfrüchten brachten uns die Bewohner von Sae zu Zeiten solche Mengen zum Tausch, daß an ihrem Nahrungsüberfluß nicht zu zweifeln ist.

Nimmt man hinzu, daß ihnen dicht am Hause Bäche klares S ü ß w a s s e r , das Meer vor der Türe die nötigen Salze bieten, so tritt im Ver­gleich mit den Mühseligkeiten des Nahrungserwerbs der Gebirgsbewohner des Innern die Gunst der Da­seinsbedingungen an dieser Küste in helles Licht. Den unentbehrlichen Alltagsgenuß des Betel- Kauens gibt ihnen mühelos der reiche Fruchtbchang der Areka-Palme und der Pfeffer ihrer Gärten, den nötigen Kalk das nahe Riff und die Conchylien des Waldes oder Strandes.

Betrachten wir jetzt näher

c) die ä u ß c r e Erscheinung

dieser Schlaraffen. Zu Studien am K ö r p e r selbst fehlte die Zeit und jede Aussicht auf ein genügend breites Vergleichsmaterial; ich kann nur aus dem ersten Eindruck bestätigen, daß uns, heute nicht anders als ehedem den ersten Entdeckern, das dichte, schwarze, stark spiralig gekräuselte Haar und die schwarzbraune Hautfarbe einen ersten,