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Deutsches Kolonialrecht : eine orientierende Schilderung der aussereuropäischen Erwerbungen des Deutschen Reiches und Darstellung ihrer Rechtsordnung nebst dem Text und Erläuterungn der diese Schutzgebiete betreffenden Gesetze und kaiserlichen Verordnungen / Karl Gareis
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A. Allgemeiner Teil. Rechtsnormen. IV.

betreffend die Eheschliessung und die Beurkundung des Personenstandes für die Schutzgebiete von Kamerun und Togo, vom 21. April 1886 (RGBl. ,S. 128), die Verordnung, betreffend die Eheschliessung und die Beurkun­dung des Personenstandes für das südwestafrikanische Schutzgebiet, vom 8. November 1892 (RGBl. S. 1037) sowie die "Verordnung, betreffend dio Einrichtung einer Staatsanwaltschaft bei den Gerichten der Schutzgebiete, vom 13. Dezember 1897 (RGBl. 1898 S. 1) treten ausser Kraft.

§ 14. Diese Verordnung tritt zu dem im § 1 bestimmten Zeitpunkt in Kraft.

In dem Inselgebiete der Karolinen, Palau und Marianen treten die §§2 bis 7 des Schutzgebietsgesetzes (RGBl. 1900 S. 813) zugleich mit den übrigen Vorschriften dieses Gesetzes in Kraft.

Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und boi­gedrucktem Kaiserlichen Insiegel.

Gegeben Neues Palais, den 9. November 1900.

(L. S.) Wilholm.

Graf von Biilow.

IV.

Gesetz über die Konsulargerichtsbarkeit 1 ) 2 ) 3 4 ).

Vom 7. April 1900. (RGBl. 1900, Nr. 15, S. 213.)

Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preussen etc. verordnen im Namen des Reichs, nach erfolgter Zustimmung des Bundesrats und des Reichstags, was folgt:

Erster Absch nitt.

Umfang der Konsulargerichtsbarkeit.

§ 1. Die Konsulargerichtsbarkeit wird in den Ländern ausgeübt, in denen ihre Ausübung durch Herkommen oder durch Staatsverträgo 4) gestattet ist.

1) Dieses Reichsgesetz, welches an die Stelle des Reichsgesetzes vom 10. Juli 1879 gesetzt ist uud laut Kaiserlicher Verordnung vom 25. Oktober 1900 (ItGBl. 1900 Nr. 50 S. 999 ff.) abgedruckt unten V 8. 82 am 1. Januar 1901 in Kraft getreten ist, ist für die Schutzgebiete deshalb von hervorragender Wichtigkeit, weil sieh das Schutzgebietsgesetz (redig. v. 10. September 1900, abgedruckt oben unter 11) zum Zwecke der Ordnung des Gerichtswesens in den Schutzgebieten ausdrücklich auf die Vorschriften des Konsulargerichtsbarkeitsgesetzes bezieht, s. §§ 2 und 3 d. Schutz.. (s. obeu S. 58, 59).

2) Das Inkrafttreten dieses Gesetzes am 1. Januar 1901 wurde durch Kaiserliche Verordnung vom 25. Oktober 1900 (RGBl. 1900, Nr. 50, S. 999) verfügt, s. unten A V.

3) Die mit *) oder **) versehenen §§ des KonsGG. gelten für die Gerichtsbarkeit der Kaiserlichen Gerichte in den Deutschen Schutzgebieten, und zwar die mit *) ver­sehenen SS »ach $} 2 und die mit **) versehenen gemäss J; 3 des Schutzgebictsgcselzcs (s. oben II S. 58, 59).

4) Zur Zeit wird die deutsche Konsulargerichtsbarkeit nur auf Grund von Staats- verträgen ausgeübt und zwar in folgenden Ländern: China (Vertrag v. 2. Sept. 18(51, lreuss. GS. 1803 S. 205, Art. 37, 38), Siam (Vertrag v. 7. Febr. 1802, lreuss. (iS.