I. Zur Geschichte von Kamerun.
Aus der Vorgeschichte.
Schon in alter Zeit hatten die Griechen und Römer einige Kunde von unserem Kamerungebiet. Im 42. Kapitel des vierten Buches seines großen Geschichtswerkes erzählt Äerodot (um 450v.Chr.) von einer Amsegelung Afrikas durch phönizische Männer auf Befehl des ägyptischen Königs Necho. Sie segelten, etwa 600 vor Chr. Geburt, aus dem Roten Meere ab, landeten, so oft die Saatzeit kam, und erwarteten die Ernte. Drei Jahre währte die Fahrt, und durch die Säulen des Äerkules kehrten sie über das Mittelländische Meer nach Ägypten zurück. Da ihre Fahrzeuge sie zwangen, sich in der Nähe der Küsten zu halten, so werden sie vermutlich — sofern der ganze Bericht glaubwürdig ist — auch die Küste unseres Schutzgebietes gesichtet haben. Doch wird Näheres nicht darüber berichtet.
Eine neue Fahrt, in entgegengesetzter Richtung, unternahm zwischen 465 und 450 v. Chr. der Karthager Äanno, Äamilkars Sohn. Es steht fest — obwohl die Berichte der Alten unklar und dürftig sind — daß er bei dieser Fahrt die Mündungen des Senegal und des Gambia, sowie das grüne Vorgebirge (Cap Verde) berührt hat. Streitig ist dagegen, wieweit sein Unternehmen ihn schließlich geführt haben mag. Während die einen annehmen, daß er nur bis zur Scherboroinsel an der Sierra-Leoneküste (/"/^ n. Br.) gelangt sei und den Kamerunberg nicht gesehen haben könne/) ist neuerdings auf Grund
Seidel, Deutsch-Kamerun, 1