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Neu-Guinea / von Maximilian Krieger. mit Beitr. von A. von Danckelman ...
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8. Masken.

Die am weitesten verbreite­ten ethnographischen Merkwürdig­keiten sind die Masken. In Europa, wo sie noch für das antike Schau­spiel so bedeutungsvoll waren, sind sie gegenwärtig nur mehr auf einige wenige Gebirgsgegenden beschränkt und im übrigen zu einem geistlosen Karnevals-Gerät degeneriert, aber in den übrigen Erdteilen spielen sie dafür eine um so wichtigere Rolle, die frei­lich erst seit wenigen Jahrzehnten anfängt, näher gekannt und in ihrer wissenschaftlichen Bedeutung studiert zu werden. Tibet und Ost­asien, Ceylon und Alaska, sowie die westafrikanische Guinea-Küste und ihr Hinterland sind grosse Zentren für den Gebrauch von Masken, nirgends aber finden wir diese in so überwältigender Man­nigfaltigkeit als gerade in Neu- Guinea. Allein nur mit den Ab­bildungen der uns bisher von dort überkommenen Maskenformen Hessen sich Bände füllen. Leider ist über ihre wahre Bedeutung aus Neu-Guinea bisher noch gar nichts bekannt geworden. Meist kommen sie bei Festlichkeiten zur Verwendung, wo sie bestimmte Per­sonen, Ahnen, Häuptlinge, Fürsten, Dämonen oder Gottheiten darstel­len helfen; anderswo sollen sie ihren Träger vor Menschen, an­derswo auch vor höheren Wesen verbergen und unkenntlich machen,

Fig. 49. Motu-Motu-Maim mit grosser

Maske. Berliner Museum.