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c. Beschäftigung-, Jagd, Fischfang.
Die Beschäftigung der männlichen Eingeborenen-Bevölkerung beschränkt sich auch in Holländisch-Neu-Guinea darauf, dass der Mann das Haus baut, die Kanus herstellt, die Pflanzung anlegt, Netze flicht, fischt und jagt. Die Frau besorgt die weitere Pflan- zungsarbeit, holt Wasser, schleppt das Feuerholz heran, versieht Kinder und Haushalt und formt in ihrer Mussezeit Töpfe. Hierzu bedient sie sich wie die Weiber in Kaiser Wilhelms-Land eines Steines und Holzklopfers. Auch die übrigen Werkzeuge der Papua in Holländisch-Neu-Guinea sind, soweit sie von ihnen selbst verfertigt sind, sehr primitiv. Geschärfte Steine oder Lava, irgendwie an hölzernen Stielen befestigt, dienen als Beile. Sie sind zwar stark genug, um einen Baum an-, aber nicht umzuhauen, so dass man oft das Feuer benutzt, um Bäume zu fällen oder sie auszuhöhlen. Heute sind vielfach insbesondere durch Araber, Chinesen und Malayen eiserne Geräte eingeführt. Steinbeile findet man bisweilen noch im Osten, z. B. in Tabi und landeinwärts der Humboldt- Bai. Ferner haben die Eingeborenen an Werkzeugen hölzerne Stösser, um den Beis zu stampfen, Wurf schaufeln und Siebe aus Kokosnussfasern zur Sagobereitung oder zur Absonderung der Spreu vom Beis.
Ihre technische Fertigkeit ist nicht gering. Geschickte Verfertiger von Thontöpfen sind die Kei-Insulaner im Westen des holländischen Schutzgebietes. Als Töpfermarkt gilt für die ganze Umgegend das bereits erwähnte Dorf Elraling auf Gross-Kei. Die Fabrikate der Bewohner dieses Platzes, Thontöpfe, -Schüsseln und -Krüge, werden bis nach Singapore vertrieben. Im Osten ist besonders an der Humboldt- und Geelvink-Bai das Formen und Brennen von irdenen Töpfen zu einem hervorragenden Industrie- und Handelszweige geworden. Bei Doreh findet sich ein Überfluss gelber Thonerde und am Kap Bonpland am südlichen Eingang der Humboldt- Bai eine Art roter Thon.
Die Topffabrikation wird ähnlich wie in Kaiser Wilhelms-Land auch hier ausschliesslich von den Frauen betrieben. Oft werden die Töpfe nach ihrer Fertigstellung noch mit dem Safte einer Pflanze oder mit Damaraharz bestrichen, damit sie Glasur erhalten und nicht so leicht brüchig werden. Die Gefässe sind meist weit- bauchig, doch finden sie sich in allen Formen und werden zu Wasserbehältern, Trinkgefässen und Kochtöpfen verwendet. Die