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Wierling erlangt, die bekanntlich polynesischen Ursprungs ist; allerdings geschieht sie viel roher und ungeschickter als in Polynesien und fast ausschliesslich seitens der Frauen. Diese tätowieren hauptsächlich Lenden und Rücken, während die Männer mehr Arme, Brust und Schultern in dieser Weise durch Einzeichnung von Eidechsen, Schlangen und Fischen schmücken. Einfache eingebrannte Flecken sind bei ihnen ein Zeichen gethaner Seereisen. Waitz 1 ) sucht den Grund, weshalb die Frauen insbesondere die oben bezeichneten Stellen schmücken in Folgendem zu finden: „Den Rücken tätowierten die Frauen, weil sie auf ihm Sachen der Männer trugen, die heiliger waren als die Frauen. Die Lenden und Bauchgegend, weil man den fruchtbaren Schoss durch die Tätowierung den Geistern weihen und profanen Blicken entziehen wollte." Unbekannt ist die Tätowierung bei den Eingeborenen westlich der Humboldt-Bai und wird an dieser selbst nur von den eingeborenen Frauen vorgenommen.
b. Wohnung, Hausrat, Werkzeuge.
Die Wohnstätten sind in der Regel Pfahlbauten, die teils im Wasser errichtet sind, teils auf dem Lande stehen. Die besten Häuser finden wir bei den Bewohnern an der Humboldt-Bai, die schlechtesten an der Prinzess Mariannen-Strasse und bei den Tugeris, die keine festen Wohnsitze haben. An der Prinzess Mariannen- Strasse sieht man hie und da einige verstreute Hütten. Sie bestehen aus vier eingerammten, unbehauenen Ästen und einem darüber gelegten Dach aus Baumrinde und sind so niedrig, dass man nur gebückt darunter sitzen kann. Dieselben elenden Wohnstätten findet man am Kapia- und Utanata-Fluss. Sie sind auf Barn Inisstämmen errichtet, nur fünf Fuss hoch und sechs Fuss breit und im übrigen wie die geschilderten, nur sehr viel länger als jene, oft 100 Fuss lang. Die Hütten sind in viele kleinere Abteilungen geteilt, deren jede ihre besondere Feuerstelle hat. Eine Hauseinrichtung giebt es nicht, nicht einmal Matten sind vorhanden, beim Schlafen legen sich die Bewohner getrocknete Blätter unter den Kopf. Bei den Aiduma-Leuten findet sich als Abweichung in dem Innern der Hütte nur das Fehlen der besonderen Abteilungen, doch besitzen diese schon einiges Hausgerät, sodann Gefässe.
*) Anthropologie V. S. 575.