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Deutschland in China / Rudolf Zabel
Entstehung
Seite
159
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d. Die Belagerung der Gesandtschaften.

Ein interessantes Aktenstück. Beunruhigende Gerüchte. Bvxer und die Kansu-Truppen des General Tungfusian kommen nach Peking. Der deutsche Gesandte ermordet. Die Angriffe auf die Gesandtschaft. Waffenstillstand. Ein letzter Versuch. Die schließliche Befreiung.

Es war höchste Zeit gewesen, daß die in Peking eingeschlossenen Europäer befreit wurden; sie hatten, seitdem sie von der Außenwelt abgeschnitten worden waren, Schlimmes durchgemacht. Auf 64 Tage beläuft sich die Schreckenszeit der Eingeschlossenen, und es ist ein wahres Wunder, wie es dieser kleinen Schar samt den ebenfalls kleinen Gesandtschaftswachen, zu denen jede Nation nur 50 Mann gestellt hatte, möglich gewesen ist, sich gegen eine ungeheure Ueber­macht zu halten. Die Belagerung von Peking gehört zweifellos mit zu den interessantesten Epochen, die in der Geschichte der Kriege vorgekommen sein mögen. Hier ist vor allem auch der 50 deutschen Seesoldaten und ihres heldenhaften Führers des Oberleutnant Graf Soden zu gedenken, deren Namen auf die Ehrentafeln der deutschen Nation gesetzt zu werden verdienen.

Die Belagerung von Peking zeigt verschiedene Phasen, die meist bedingt waren durch die Vorgänge auf dem Kriegsschauplatze außer­halb Pekings. Eine ausgezeichnete Schilderung der Begebenheiten dieser denkwürdigen Tage bietet das Tagebuch eines deutschen Be­amten im chinesischen Zolldienst, des Herrn Hermann Bismarck. Es ist vom 27. Mai, als dem Tage, an dem die Boxer drohten, alle Fremden umzubringen, bis zum 14. August, dem Tage des Ent­satzes Pekings, auszugsweise publiziert worden ein kleines Akten­stück, aber von großem historischen Wert und Interesse. Es ist natürlich ganz unmöglich, an dieser Stelle ausführlich auf die Einzelheiten der Pekinger Belagerung einzugehen und größere Mit­teilungen aus dem Bismarck'schen Tagebuche zu geben. Es sei nur gestattet, hier wenigstens einige der hauptsächlichsten Daten an­zuführen. Gerade für die Entstehung der Boxergefahr interessant ist die Schilderung der ersten Zeit der Unruhen. Die Gefahren Wurden Ende Mai größer und größer. Täglich trafen Mel­dungen von Missionarsmorden und Ermordungen einheimischer