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Deutschland in China / Rudolf Zabel
Entstehung
Seite
155
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7. Ab.schnitt.

Der Entsatz der Gesandtschaften in Peking.

a. Der Zug des zweiten Entsatzkorps.

Verzögerter Abmarsch. Das Groß der deutschen Truppen war vom Kriegs­schauplatz zurückgezogen worden. Mangelnde Kriegsbereitschaft der Eng­länder. Das Gefecht bei Peitsang. In Eilmärschen nach Peking. Der schließliche Entsatz Pekings.

Am 13. Juli 1901 war die Chinesenstadt Tientsin vor dem Ansturm der Verbündeten gefallen, aber erst am 5. August setzte sich eine Kolonne der in Tientsin konzentrierten Verbündeten in Be­wegung, um nun endlich den in Peking Eingeschlossenen Hilfe zu bringen. Warum die Verbündeten solange damit gewartet haben, das ist eine der vielen Fragen, an deren Beantwortung man nur mit einem gewissen Kopfschütteln Herangehen kann. Die verant­wortlichen Führer selbst fanden natürlich genügende Gründe zur Entschuldigung. Da gab es einen Peiho, der ausgetreten sein sollte. Dann sollte es feststehen, daß die Europäer in Peking längst ermordet seien und ein gewagter Entsatzversuch daher zwecklos wäre. End­lich sollten zu viele von den bösen Boxern und kaiserlich-chinesischen Truppen zwischen Tientsin und Peking stehen. Alles das entkräftet den Vorwurf nicht, daß es für einen nach europäischem Muster geführ­ten Krieg etwas merkwürdig ist, wenn die konzentrierte Truppen­macht in einem Falle, in dem die Entscheidung auf das dringlichste notwendig ist, drei Wochen wartet, um den Entschluß zu fassen, einen kräftigen Vorstoß, selbst wenn er durch Boxerhorden und chinesisches Militär hindurch führt, zu wagen.

Deutsche Truppen standen, mit ganz geringen Ausnahmen, zu jener Zeit nicht im Norden, da das Detachement des 3. See-