eine andere Erklärung, und jeder wußte dem vorhergehenden etwas hinzuzusetzen so lange, bis schließlich der Urheber selbst sein eigenes Gerücht nicht wiedererkannte.
b. Der Entsatz der Fremdenniederlassung.
Der Aufbruch von Tongku unter schwierigen Verhältnissen. — Verlassen der Bahnlinie. — Das Gefecht entwickelt sich. — Der russische Geueral Stössel schickt die Deutschen gegen das sogenannte Ostarsenal von Tientsin vor, um der Truppe die Flaute zu decken. — Starke Verluste auf deutscher Seite. — Die Deckung gelingt. — Einzug in Tientsin. — Rückkehr des Seymourschen Expeditionskorps. —
Am 23. ging es wie ein Lauffeuer durch die Stadt, schneller, als die Zunge es verbreiten kann. Von Süden her auf dem linken Peiho- Ufer sind Truppen in Anmarsch, wahrscheinlich das Entsatzkorps. Wie oft ist nicht in jenen Tagen die Nachricht von den anmarschierenden Entsatztruppen verbreitet worden! So recht hatte es keiner geglaubt, aber diesmal mußte es sein, das allgemeine Gefühl konnte nicht trügen. Alle Türme waren dicht besetzt, und viele Augen spähten aus, die Nationalität der Truppen zu erkennen.
Kurz nach ein Uhr waren die englischen Matrosen deutlich zu sehen, wie sie am jenseitigen Ufer vordrangen, den schwachen Widerstand der wenigen Chinesen leicht überwindend. Mit brausendem Jubel wurden die als erste Entsatztruppen einrückenden begrüßt; bald wehten die Flaggen aller Nationen über der Stadt.
«Dem Herrn sei Dank, der uns bis hierher geholfen!» Aber Wohl manchem wollte die bange Sorge noch nicht vom Herzen Weichen; denn mit doppelter Teilnahme wandten sich nun alle Gedanken den Truppen zu, die man mit der Peking-Expedition in schweren und ernsten Kämpfen suchte. Die Nachrichten waren schon zu lange ausgeblieben; solche Strapazen konnten sie auf die Dauer nicht ertragen. In den inzwischen in Tientsin immer weiter durchbrechenden Jubel über die Entsetzung der Stadt, der sich nun überall bemerkbar machte, mischte sich aber gerade für uns Deutsche ein