5. Abschnitt.
Die Kämpfe um Tientsin.
a.. Die Einschließung.
Ostasiatische Sorglosigkeit. — Die Flammenzeichen rauchen. — Die militärische Sicherung der Fremdenniederlassung. — Der erste Angriff auf den Bahnhof. — Die Zerstörung der Militärschule. — Die ersten Trophäen. — Das brave deutsche Freiwilligenkorps. — Erneuter Angriff auf den Bahnhof. — Mutige Rekognoszieruugsfahrt einer deutschen Dampfpinasse. — Ein verwegener Ritt. — Munition und Proviant werden knapp. — Das Entsatzkorps rückt an.
Die Wegnahme der Takuforts war das Signal für die Chinesen zum Beginn der Angriffe auf die Fremdenniederlassung in Tien- tsin. Auch diese Kämpfe waren von langer Hand vorbereitet, in ihnen liegt mehr oder weniger der Schwerpunkt der militärischen Ereignisse. Man gestatte mir daher, daß ich diesen Teil des Krieges etwas ausführlicher schildere, indem ich gleichfalls wiederum Augenzeugen das Wort gebe. Ein fast klassischer Bericht über die Zustände in Tientsin im Anfang und im Verlaufe der Belagerung und Beschießung findet sich wiederum im „Ostasiatischen Lloyd". Leider hat sich der Verfasser nicht genannt, dem ich hier gern als dem anscheinend objektivsten Augenzeugen das Wort erteile:
„Wer vor wenigen Wochen der sorglosen Einwohnerschaft unserer Stadt Tage des Schreckens und der Not prophezeite, wurde einfach ausgelacht. Kein Mensch wollte hier an eine Gefahr glauben; alle Warnungen wurden in den Wind geschlagen — bis es zu spät war. Heute liegen da, wo sich vor kurzem noch geschäftige Thätigkeit und heiteres Leben zeigten, rauchende Trümmerhaufen und eingestürzte Mauern.
Man wußte seit dem Anfang dieses Monats (Juni), wie ver-