Einleitung.
'ie ältesten Nachrichten über die Westküste Afrikas verdanken wir den spärlichen uns erhaltenen Mitteilungen über einen großartigen Rolomsa- tionsversuch, den das Haupthandelsvolk des Altertums etwa im 6. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung unternahm. Getrieben von dem Wunsche, sich neue Handelsgebiete zu eröffnen, sandten damals die Karthager unter Hannos Führung eine Expedition über die Säulen des Herkules hinaus, um jenseits derselben an den Rüsten Afrikas zur Gründung von Niederlassungen geeignete Orte zu suchen. Auf 60 Fahrzeugen schifften sich 30 000 Männer und Frauen ein, die in der unbekannten Fremde eine neue Heimat sich gründen wollten. Hanno fuhr längs der Rüste Marokkos, an welcher er mehrere Niederlassungen ?allägiius. gründete, nach Süden und gelangte endlich an die Mündung eines großen
Flusses, den er Lixus nannte, und welcher kein anderer als der Senegal gewesen sein kann. Nach zweitägiger Fahrt längs einer ungastlichen, öden Rüste segelte die Flotte ostwärts und entdeckte eine Gruppe von fünf Inseln, auf deren größter eine Niederlassung gegründet wurde, die wir wohl auf der jetzigen Insel Gor^e zu suchen haben. Auf seiner weitern Fahrt gelangte Hanno an die Mündung eines zweiten großen Flusses, wahrscheinlich des Gambia, und jenseits desselben zu einem großen Gebirge, in welchem wir die Rüste von Sierra Leone wiedererkennen.
Etwa dreihundert Jahre später besuchte die Westküste der Seefahrer Luthyinenes von Massilia. Derselbe war wahrscheinlich Augenzeuge der an der Senegalmündung häufigen Erscheinung, daß durch das stürmisch erregte Meer die Wasser des Flusses zurückgedrängt werden und die Ufergegenden überfluteten, und