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T. 1 (1911) Aufgaben und Verlauf, die Karte, Ergebnisse der Sammlungen, Ethnographisches / von Fritz Jäger. Mit Beitr. von A. Wedemeyer ...
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Die im Iraku nacligewiesenen Laute gruppieren

sich mithin wie folgt:

Explosiva _ Nasale Frikaä« Semi-

stimmlos

stimmhaft

' vokale

Velares

k

g

n g

n

%

y .

Laterales

d

palatales

y

Alveola-

ft nt

d

nd

n

r

1

res

fts, ts

dz

s

z, nz

Labiales

P

b

mb

m

f

v w

Vo

k a 1 e :

a

(e) (o)

e o

(?)

i u

Diphthong: ai

Faucales: h, h.

Von den Konsonanten finden sich nur n, n und f als silbenauslautend, ähnlich dem Ngomvya aber im Gegensatz zu Mbulunge und Fiomi, wo in dieser Funktion noch mehrere andere, zunächst dentale und Faukale, beobachtet sind. Die Vokale sind in der Regel kurz, lange Vokale (e, a, o) finden sich auch in geschlossenen Silben, aber nur in der vorletzten, und sind wohl durch den Einfluß des Wortakzents entstanden, der regelmäßig auf der Vorletzten ruht. Auf die von Seidel in extenso gegebenen Vokal- und Konsonantenverbindungen (a. a. O., S. 167) lege ich keinen Wert; die Aufzeichnungen sind phonetisch zu ungenau, mögen nun gekürzte Vokale überhört, oder in eigentliche Konsonantenverbindungen Vokale hineingehört sein, zumal die Aufnehmenden ja alle vom Bantusprachgebiet hergekommen sind.

B. Grammatisches.

Der einzige grammatische Vorgang, den ich im Iraku mit Sicherheit habe feststellen können, ist die Pluralbildung, die durch Veränderung des Auslaut­vokals erfolgt:

o

Plurale auf a: araZiegen, zu Ngomvya Sing, äl-ito, denaWeiber, garmaMänner, köngaHüh­ner, yekwaRinder (Ngomvya PI. yäkwa).

Plurale aut 0(11): toyayonodie Hacken von Sing, toyayoni, kwasuPerlen.

Plurale auf i: ^undiGefäße aus Rindermist, losiBohnen; lautet schon der Singular auf i aus, so hat der Plural -ai z. B. kipiOhrpflock. PI. kipai, v gh auch dursaiGrabstöcke, hudaiTongefäße.

Plurale auf n (vielleicht zu -a vgl. Mbulunge) z - B. beanSchafe vgl. Fiome bei, Mbulunge .mbea

Viele Singulare enden auf -e, siehe Wörterver­zeichnis.

Den Zusammenhang von saharaPfeil PI. ma - hiri verstelle ich nicht. Daß letztere Form nicht analog dem aus dem Bantu entlehnten mahanga Pfeile verderbt ist, zeigt Fiome miheri oder ma- hau, Kafa mäho.

Von Bantufremdwörtern finde ich aus dem Mbugwe entlehnt (wegen des h, Natulu hat p) ma- l hangaPfeile (B. -panga), muariheiratsfähiges | Mädchen (B. -yali). mardatidie Zierschnitte in ! den Lederkleidern ist wohl einfach das ad hoc ent- lehnte maradati des Suaheli.

' Der Genitiv steht hinter seinem Regens, wahr- | scheinlich ohne verbindende Partikel z. B. dao dena |Kleid der Weiber, dao garmaKleid der Männer.

; Auf jeden Fall ist das o in dao stammhaft und nicht mit der Genitivpartikel o des Fiome identisch vgl. die verwandten Sprachen. Namentlich im Ngomvya erscheint -o im weitesten Umfang als Nominal- und Verbalauslaut (ähnlich dem Kafa).

Kapitel III.

Vergleichendes Wörterverzeichnis.

Vorbemerkung. Für die hier verglichenen Sprachen habe ich teils die schon von Meinhof (Mitt. Sem. or. Spr. X, 3, S. 115) angeführte Literatur, teils andere von Meinhof nicht benutzte oder erst seither im Druck erschienene Quellen herangezogen, für deren Aufführung im einzelnen hier kein Raum ist. Einige wenige Ausdrücke des Bagirmi, Wolof und Ful entstammen meinen eigenen, noch unveröffentlichten Aufnahmen. Aus praktischen Gründen habe ich auch für die mehrsilbigen Sprachbezeichnungen tunlichst dieselben Abkürzungen gebraucht, wie Mein hol, nämlich: Elg. = Elgumi, Kam. = Kamasia, Ka- ram. = Karamojo, Karam. S. = südwestliches Kara- mojo, Mb ul. = Mbulunge, Ndor. = südliches Ndo- robo (nach Meinhol und Kannenberg), Ndor. N. = nördliches Ndorobo (nach Johnston), Som. = Somali, Turk. = Turkana.

Ob die Vergleichungen sich aul das latoga- oder Irakuwort beziehen, dürfte wohl nirgends zweifelhaft sein, manchmal gelten sie gleichmäßig für beide, wo ein Teil der Vergleichungen für Tatoga, der andere für Iraku gilt, habe ich sie durch ein Semikolon unterschieden. Die Abkürzungvgl. soll andeuten, daß diese Wortgleichung nur in geringerem Grade als sicher anzusehen ist; beigesetzte Fragezeichen beziehen sich auf den Charakter der Woitgleichung, nicht aul das Wort selbst.