Der Zusammenhang war früher wohl ein noch engerer, da die Fiome nach ihrer eigenen Tradition aus / 7 urus (i. e. Enotiek) stammen 1 ), und auch die Mbuiunge von der Bruchstufe hergekommen sein müssen, wenn anders man ihrer Tradition vom Felsen „^ibebanduk“ 2 ) irgend Wert beimessen will 3 ). Was die Leute von Uassi betrifft, so bezeichnen merkwürdigerweise die Warangi den Muassi, Stammvater der Waassi, als den Bruder ihres eigenen, autochthonen, Ahnen Mrangi; danach wären die Waassi die ältesten Hamiten in dieser Gegend. Mit ihnen müssen aber wieder die Irakuleute engei zusammengehören, da Kannenberg diese Landschaft in Uassi als ein bei Meiri gelegenes ,,Nord- Uassi“ nennen hörte, dessen Bewohner desselben Stammes seien und dieselbe Sprache sprächen ■ wie die Waassi bei Kondoa-Irangi 4 ), und da ein Bann im nördlichen Iraku noch den Namen Uassi führt. Kannenberg hat auch zuerst die Ansicht Baumanns von der Identität der in Rede \ stellenden vier Sprachen verbessert und die gesonderte Existenz des Mbuiunge, Fiome und Uassi j durch Proben nachgewiesen, was sich durch die Mbulunge-Aufnahmen Meinhofs (dem leider sowohl Kannenbergs als auch Seidels einschlägige Arbeiten nicht bekannt gewesen zu sein scheinen) 5 ) wie auch durch die folgenden Mitteilungen über die Irakusprache vollauf bestätigt. Die von Meinhof in seinem von zwei verschiedenen Gewährsleuten aufgezeichneten Material wahrgenommenen dialektischen Unterschiede präsizieren sich dahin, daß Leas Angaben vielfach zum Fiome neigen. Wenn übrigens einige von Baumanns Leuten sich mit den Wafiome, wenn auch nur notdürftig, verständigen konnten, indem sie ein Gemisch aus Nandidialekten redeten 6 ), so kann das heute nur dahin verstanden werden, daß sie entweder mit in Ufiome ansässigen Tatoga konversierten, oder mit Wafiome, welche durch den nachbarlichen Verkehr ihrerseits des Tatoga mächtig waren. Baumanns Sprachproben stammen ausschließlich aus Ufiome, nicht aus Iraku oder einer der beiden anderen Landschaften.
b Kannenberg a. a. O., S. 145.
2 ) Kannenberg gibt ausdrücklich %, nicht / an, der Laut fehlt aber in der Meinhofschen Tabelle (Mitt. Sem. or. Spi. IX, 3, S. 328); sollte y = h sein? Ngomvya hat y und y.
3 ) a. a. 0., S. 149 (die Himmelsrichtungen sind sämtlich verkehrt).
4 ) a. a. O., S. 158.
5 ) Die Sprache von Ufiomi in Deutsch-Ostafrika, nach Aufzeichnungen des Hauptmanns Kannenberg und des Leutnants Glauning bearbeitet von A. Seidel: Ztschr. f. afr. u. oz. Spr, V., S. 165 bis 175.
'') Kaumann a. a. O., S. 174.
Wie mir P. Dr. Ha 11 feil von den Weißen Vätern aus Briefen des Oberen von St. Mathias-Neu Trier mitteilt, haben die Missionare bereits mit dem Sprach Studium eingesetzt, stoßen aber dauernd auf g ro ß e Schwierigkeiten. Ihre Ansicht, daß das „Ki-Mbulu“ wie sie es nennen, als vom Bantu völlig verschiedene Enklave zu den „idiotischen“ Sprachen gehöre dürfte sich inzwischen wohl auch als unhaltbar erwiesen haben.
A. Die Laute.
Was sich bisher im Iraku an Lauten hat feststellen lassen — die untenstehende Tabelle ist sicher sehr unvollständig —, zeigt handgreiflich die nahen Beziehungen zum Mbuiunge, Ngomvya und Fiome Besonders wichtig ist die Lateralis d, von Dr. Jaeo-er als „etwas aspiriertes dhl“ aufgefaßt und möglicherweise besser z zu schreiben, *) Das Mbuiunge, hat neben d noch die beiden Fortes t und s, das Ngomvya anscheinend alle vier Lateralen, (s. Claus und Meinhof, Ztschr. f. Ethnol. 1910, S. 493 und 495 f.) während über den entsprechenden Laut im Fiome, von Seidel dz geschrieben (a. a. O., S. 166 fi), erhebliche Zweifel bestehen (ich setze, der Beschreibung des Lautes folgend, vorläufig tz). 2 ) Was die Reihe der velaren Frikativen und Faukalen betrifft, so sind h und y gut bezeugt, ’ ist von Dr. Ja eg er wenigstens im Inlaut regelmäßig bezeichnet, y beschreibt er als „Schweizer ch, doch nicht so scharf gesprochen“ (also nicht y) und glaubt auch „zwei verschiedene derartige Laute gehört zu haben, einen scharfen kh (d. h. y) und einen milden h“. Letzterer ist sicher h, das auch im Mbuiunge und Fiome ganz gewöhnlich ist. Ein bemerkenswerter Unterschied gegen diese Sprachen liegt dagegen in der dürftigen Entwicklung nasalierterFortes, imF ehlen der Palatalen des Mbuiunge und Interdentalen des Fiome und im Mangel an nasalen Vokalen, wie sie in letzterer Sprache nicht gerade selten zu sein scheinen.
b Ich lasse es bei d, da z im Mbuiunge nicht nachgewiesen.
2 ) Falls diese Entsprechung innerhalb vierer so nahe verwandter Idiome richtig ist, sind zu diesen südhamitischen Lateralen diejenigen in Südafrika (Kafir, Sotho usw.) zu vergleichen, worauf schon Meinhof hingewiesen hat. Sehr bemerkenswerter Weise finden sich aber auch in dem diesen Hamitensprachen nahe benachbarten Sagala neben nasalen Auslauten auch Lateralen, und zwar nicht als Entsprechung der sogen, grundsprachlichen Mischlaute z. B. tlyoa „anfangen“. Finck hält die Lateralen im Bantu für ursprünglich (Verwandtschaftsverhältnisse S. 89, 12o f.) und zwar stimmlos, was für die heutige Aussprache jedenfalls nicht mehr zutrifit. Unter Sagala verstehe ich hier den von der C. M. zur Schriftsprache erhobenen Kondoa-Solwe-Dialekt Lasts, also die um Kilossa gesprochene Mundart.