(abgesehen von den Kolonien) wohnenden Tatoga dürfte sonach mit 8000 Köpfen nicht überschätzt sein.
Wohnstätten und Einrichtung.
Drei Formen der Ansiedlung: a) einzelne über das Land zerstreute Temben (häufigste Form), b) Tembendörfer (Tafel 11 , Abb. 14), die Temben dicht wie die Häuser einer Stadt aneinander gebaut, so daß sie Höfe umschließen und sozusagen eine kleine Festung bilden, die manchmal noch durch eine
Grundriß einer Doppeltembe bei Akida Maussa.
X Trägerbalken. V Verschlage.
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Fig. 5b. Tatogatembe, Querschnitt.
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Fig. 5 c. Türverschluß im Grundriß, o Die Türpfosten.
Dornumzäunung befestigt ist, c) Krale der nomadisierenden Viehzüchter mit starker Dornenum- zäunung und schlecht gebauten Temben. Letztere Form nur rings am Fuß des Hanang gesehen (Fig. 7, S. 104).
Das Wohnhaus ist die Tembe (Fig. 5, 6, Tafel II, Abb. 15 fif.), eine Hütte von rechteckigem, meist quadratischem Grundriß und flachem Dach. Bei 2 m Höhe und mindestens 5 m Länge und Breite sieht eine Tembe aus wie ein flacher Kasten. Der Boden ist zu ebener Erde. „Versenkte“ Temben nur vereinzelt gesehen, im östlichen Mangati sowie in Tumbati.
Konstruktion de r T e m b e.: In quadratischer Anordnung, wie die Kegel des Kegelspiels, sind mit 2 m gegenseitigem Abstand 9 oder 16 oder 25 usw. oben gegabelte Trägerbalken in den Boden getrieben, etwa 10 cm starke Knüppel, die oben eine natürliche Astgabel tragen. Über jede Reihe ist horizontal ein Deckbalken gelegt, darüber folgt eine Schicht von Stangen, die senkrecht zur Richtung der Deckbalken dicht nebeneinander liegen. Darüber, senkrecht dazu, also parallel mit den Deckbalken, eine Schicht dünnerer Stäbe und schließlich eine Schicht von Gras, mit Lehm und Sand dicht verschmiert. Die Flauswände gebildet aus starken Knüppeln, die zwischen den äußeren Trägerbalken dicht nebeneinander im Boden stecken. Ihre Zwischenräume sind mit Lehm verschmiert. Bei vielen Häusern läßt eine Hauswand die äußerste Reihe der Trägerbalken frei, so daß vor dem Haus ein offener, oben gedeckter Vorraum entsteht, der Lieblingsaufenthalt der Leute. Auch wo kein eigentlicher Vorraum, steht das Dach etwas über.
I ü 1 v e 1 s c h 1 u ß : Beiderseits stehen zwei
I ürpfosten nahe hintereinander. Zum Schließen werden etliche Knüppel mit den Enden nn Zwischen- laum dei beiderseitigen Türpfosten, an denen sie Widerlagern, aufgeschichtet. So wird die Tür bis obenhin mit Knüppeln ausgefüllt, ein umständlicher, aber fester Verschluß. Alles Gebälk nur roh von der Rinde befreit, selten geglättet, ohne Verzierungen.
Solche Temben sind nicht nur raubtiersicher, sondern wegen der Lehmverschmierung und Leluu- bedeckung auch leidlich feuersicher. Nur bei den Temben der Krale sind Dach und Wände viel leichter gebaut. Die Tür schaut nach der Leeseite, in bergigem Gelände talwärts, in geschlossenen Tembendörfern und Kralen nach dem inneren Hof. Aneinandergebaute Temben geschlossener Dörfer haben manchmal eine Durchgangstür in der gemeinsamen Wand.
I n n e 11 e i 11 r i c h t u 11 g : Stets besondere
Verschläge als Schlaf- und Vorratsräume, sowie für Kleinvieh, während die Rinder im Hauptraum (bei Kralen im Hof, außerhalb der Hütten) ihren Stall haben. Die Lagerstätte befindet sich, vermutlich aus hygienischen Gründen, niemals auf dem Fußboden, sondern stets auf einem Zwischenboden, der zu diesem Zweck mit einer Rindshaut bedeckt ist. Verschläge und Zwischenboden aus Bambus oder anderen Stäben, mit Rindermist und Erde verschmiert.
Abweichende Hütten formen: In
der Landschaft Tumbati, die politisch unter Isara (Mburu) steht (Leute Tatoga oder Wamburu??), Temben etwas eingesenkt (Fig. 6), der feil fürs
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Fig. 6. Hütte in Tumbati, etwa 1:150.
I Grundriß.
II Querschnitt.
III Aufriß von vorn, mit halb- verschlossener Tür.
a Kaum für Rinder, b „ „ Kleinvieh,
c Zwischenboden.
Kleinvieh etwa 0,8 m tiefer in den Boden gegiaben als der für Rinder. Dach sanft gewölbt wegen Regenabfluß. Zwischenboden etwa 1,20 m übet dem Boden des Teils für Kälber, Ziegen und Schafe. Uber unterirdische Gänge gaben die Leute keine Auskunft, doch in einem zerstörten Haus konnte ich