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T. 1 (1911) Aufgaben und Verlauf, die Karte, Ergebnisse der Sammlungen, Ethnographisches / von Fritz Jäger. Mit Beitr. von A. Wedemeyer ...
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schlechter. Hier gelten offenbar noch die alten. Daher darf inan annchmen, daß auch -vorher 1022 sich nicht wesentlich geändert hat. Auch die Siede- thermometermessungen vom 11., 15-, 16., 19-. 21 Februar und 18. März stimmen unter Zugrunde­legung der alten Korrektion viel besser überein als mit den neuen. Erst die Messung vom 5. April 1907 würde sehr viel besser übereinstimmen, wenn man die neuen Korrektionen von 1022 zugrunde legte. Für 1020 ist die Korrektion gerade an dieser Stelle der Skala vorher und nachher nahezu gleich. Wo­her kann eine plötzliche Änderung kommen? Man könnte an eine Verschiebung der Skala denken. Übrigens sind gerade bei dieser Messung nur zwei übereinstimmende brauchbare Beobachtungen von 1022, eine brauchbare von 1020 vorhanden. Trotz­dem ist es wahrscheinlich, daß die Differenz von 0,4 mm,welche bei Anwendung der alten Korrektio­nen zwischen den Angaben beider Thermometer bleibt, nicht auf Beobachtungsfehlern, sondern auf Tnstrumentalfehlern beruht. Deshalb ist in Tabelle 1 dieser letzte Satz von Beobachtungen mit den neuen Korrektionen verbessert worden; alle vorigen aber mit den alten.

Zur Beurteilung der Fehler von 1018 stehen drei Vergleiche mit Quecksilberbarometern zur Ver­fügung.

Barometervergleiche.

Ort und Zeit

Stations­

barometer

Ablesungen i

Korrigiert

X Siedether- i" 1 mometer

Ablesungen

Nach Prüflings- schein korrig.

£

V 0

0

Daressalam

Fuess 472

766,4 761.5 1022 761,5 761,5

0,0

12. 6. 06. 9 a

1018762,0761,6

0,1

Mosch i

Hechelmann 670,8 667,0 1022 666,6 666.7

+ 0,3

S. S. u6. 5.50 p

-944 9

1018 66S,r 667,6

0,6

Moschi

Hechelmann 671,9 667,8 1022 667,0667,1

-f °4

29.8.06. 3,20p

2944

1018 667,6 667,1

+ o.7

Die Änderung der Korrektion von 1022 von -f- 0,3 auf -f- 0,7 mm braucht nicht reell zu sein, sie kann auf Kapilardepression des Stationsbarometers und auf einem kleinen Ablesefehler beruhen. Daß sie in der Tat nur scheinbar ist, zeigt die nach­malige Prüfung von 1022, nach welcher unregel­mäßige Änderungen der Korrektion in der Zwischen­zeit nicht auftreten, regelmäßige nur im Sinne einer Verminderung der Korrektion, also gerade um­gekehrt als es hier der Fall wäre. Überdies haben wir schon oben festgestellt, daß 1022 noch gegen Ende der Reise seine alten Korrektionen hat.

9 Korrektion zu -J- 0.5 angenommen (Mitt. a. d. Deutsch. Schutzg. 1908, S. 73).

Daraus ergibt sich nebenher, daß die i n Danckelm a n s Mitteilungen angegebene Kor­rektion des Barometers Hechelmann 2944 mit -j- 0 ^ zu hoch angenommen ist, daß sie etwa 0,0 beträgt Das Barometer hing 1902 wohl im Wetterhäuschen, 1 ) 1904 im Stationsgebäude, 1906 aber wieder im Wetterhäuschen. Vermutlich ist beim Transport die Veränderung der Korrektion erfolgt.

Dagegen hat nach obiger Zusammenstellung 1018 sicher eine wesentliche Veränderung erlitten. Bei der Messung vom 29. August stimmt es nach Anbringung der Korrektion mit 1022 überein. Trotzdem differiert es bei späteren Beobachtungen wieder. Es scheint demnach überhaupt etwas ver­änderlich zu sein; daher hat bei der Mittelbildung in Tabelle 1 1018 das Gewicht 1, 1022 das Gewicht 4 erhalten.

Das Mittel der Beobachtungen eines Satzes dürfte in der Regel um 0,1 mm, höchstens um 0,3 min unsicher sein. Bei manchen Sätzen (Lemagrut) läßt sich die Änderung des Luftdrucks während der Messung deutlich an Siedethermometern und Ane- roiden erkennen. In diesem Falle hat es natürlich keinen Sinn, ein Mittel aus allen Beobachtungen zu bilden, sondern es muß eine Beobachtung zu be­stimmter Zeit für die Höhenberechnung heraus­gegriffen werden.

ß. A n e r o i d e.

Nach Tabelle 1 haben unsere Aneroide zu ver­schiedenen Zeiten ganz verschiedene Korrektionen gehabt. Fast bei jeder Siedethermometermessung hatten sich die Korrektionen aller drei Instrumente geändert. Um die zwischenliegenden Messungen verwerten zu können, kommt es darauf an, jederzeit die Korrektion zu kennen, also alle Änderungen und ihren Zeitpunkt genau zu ermitteln.

Ermittlung der Korrektionen. Durch den Vergleich der drei Aneroide, der in der Regel zweimal täglich stattfand, läßt sich eine Standänderung eines Aneroids leicht feststellen; weil die beiden anderen dann, nach Anbringung der bisherigen Korrektionen, noch übereinstimmen. Um den Vergleich übersichtlich zu machen, legte ich die Tabelle II an, deren Form durch das am Schlüsse dieses Abschnitts (S. 49) abgedruckte Stück er­sichtlich wird.

In den Vertikalspalten stehen die aufeinander­folgenden Termine der Aneroidvergleiche und Siede­thermometermessungen. In den Horizontalzeilen die korrigierten Ablesungen der Aneroide, darunter die Korrektionen. Zuerst wurden aus der Tabelle I die Siedethermometermessungen eingetragen (hier

1 * Mitt. a. d. Deutsch. Schutzg. 1906, S. 77.