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T. 1 (1911) Aufgaben und Verlauf, die Karte, Ergebnisse der Sammlungen, Ethnographisches / von Fritz Jäger. Mit Beitr. von A. Wedemeyer ...
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2 I

8. Photogrammetrischc Aufnahmen können eine sehr wesentliche Verbesserung sein. Ich habe sie nicht angewandt.

9. Um die topographischen Namen, die ich er­fahren kann, festzuhalten, lege ich mir eine beson­dere Tabelle im Notizbuch an, die angibt, welchen Buchstabensignaturen die und die Namen ent­sprechen. Dies empfiehlt sich umsomehr, als man die Namen meist erst nach mehrmaligem Fragen verschiedener Leute einigermaßen zuverlässig er­fährt.

In dieser Weise spielt sich auf allen Aufnahme­punkten die Arbeit ab. Auf Standpunkt II und III eines Blattes vereinfacht sie sich nur insofern, als für die Peilungen und die Geländezeichnung nicht gesonderte Blätter erforderlich sind, sondern, nach­dem die Punkte festliegen, die Topographie gleich in das Peilblatt eingezeichnet werden kann. Man hat also eine Fülle von Arbeit. Um sie auf einem guten Ubersichtspunkt einigermaßen vollständig auszuführen, ist ein strammes Tagewerk erforder­lich. Ich hielt deshalb stets darauf, daß ich auf den Hauptpunkten genügend Zeit hatte, indem ich das Lager möglichst hoch am Berge vorschob, um von morgens früh bis gegen Sonnenuntergang arbeiten I zu können. In einzelnen Fällen habe ich an zwei aufeinanderfolgenden Tagen den Gipfel besucht (Loolmalassin, Dili). Es ist dies wirklich keine Zeit­vergeudung. Die Übersicht von den Gipfeln ist die beste und wichtigste Arbeit des Geographen. Es waren immer die erfolgreichsten Tage der Reise, die ich zu solchen Aufnahmen von Übersichtspunk­ten aus verwenden konnte.

Nachträgliche Ergänzung im Lager.

So sehr es sich empfiehlt, möglichst viel an Ort und Stelle zu vollenden, so wird es doch nötig sein, im Lager in aller Ruhe die letzte Hand an das Blatt zu legen. Vor allem ziehe man die Peilstriche mit Ziehfeder und mit Tusche nach, damit diese Grund­lage für die spätere Konstruktion der ganzen Karte nicht verwischt wird. Auch die Topographie mit Tusche auszuzeichnen, wird sich in der Regel nicht verlohnen, denn hierbei schadet es nichts, wenn auch die Striche etwas weniger scharf werden. Wold aber wird sich manches, was im Gelände nur roh angedeutet werden konnte, jetzt noch klarer zeichnen lassen. Später wären die rohen Andeutungen vielleicht nicht mehr recht verständlich. Schließlich versäume man nie, das Peiltischblatt und die Pano­ramazeichnungen mit allen nötigen Hinweisen zu versehen über Ort und Zeit der Aufnahme, An­schluß an Nachbarblätter und über das Material, was sonst noch zu diesem Blatt gehört (Höhen- und

Namentabellen, Zeichnungen, Photographien, Theo­dolitaufnahmen, Wegaufnahmen derselben Gegend, Notizen).

C. Maßstab, absolute Lage, Orientierung.

Aus dem durch die Triangulation gewonnenen Material lassen sich alle Punkte in ihrer gegenseiti­gen Lage konstruieren, aber noch fehlt der Karte dreierlei: der Maßstab, die Festnagelung in einem bestimmten Punkt der Erdoberfläche und die Orien­tierung nach der Himmelsrichtung. Alle diese un­erläßlichen Daten können nur durch andere Messun­gen gewonnen werden, die von der Triangulation unabhängig sind und auf die ich deshalb nur kurz hinweise.

Anschluß.

Am einfachsten ist es, wenn andere diese Mes­sungen schon ausgeführt haben und der Forschungs­reisende seine Triangulation an Punkte anschließen kann, die bereits mit einer der Triangulation ent­sprechenden Genauigkeit nach geographischer Länge und Breite bekannt sind. Dann genügt es, zwei bekannte Punkte, die in möglichst großem Abstand liegen, durch Peilungen an die Triangu­lation anzuschließen, derart, daß ihre Lage relativ zu den übrigen Punkten der Triangulation bekannt ist. Die Entfernung dieser beiden Fundamental­punkte gibt den Maßstab, das Azimut ihrer Ver­bindungslinie die Orientierung und ihre nach Länge und Breite bekannte Lage den Ort auf der Erdober­fläche. Kann man an mehrere Punkte anschließen, so ist es um so besser.

Ist ein solcher Anschluß nicht möglich, so muß der Aufnehmer selbst die Messungen vornehmen, um die grundlegenden Daten zu erhalten. Aber auch wenn er sein Netz anschließen kann, ist dies zur Kontrolle sehr vorteilhaft, es sei denn, daß der Anschluß an zahlreiche, durchaus gut festliegende Punkte so sicher geschieht, daß eine erneute Messung überflüssig ist. Meine Triangulation habe ich einerseits an die Vermessung der Nordgrenzc von Deutsch - Ostafrika angeschlossen, anderseits durch eine Basismessung gestützt (s. Abschnitt \' und VI).

Maßstab.

Um zunächst den Maßstab zu gewinnen, ist eine Basismessung erforderlich. In ebenem Gelände kann sie mit einem Meßband, in unebenem mit Meß­latte, Wasserwage und Lot in einer für die Zwecke der graphischen Triangulation durchaus hinreichen­den Genauigkeit ausgeführt werden, ohne die zeit­raubenden besonderen Kniffe, die für feinere Basis­messungen erforderlich sind. Dabei bedenke man,