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T. 1 (1911) Aufgaben und Verlauf, die Karte, Ergebnisse der Sammlungen, Ethnographisches / von Fritz Jäger. Mit Beitr. von A. Wedemeyer ...
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in i : ioo ooo wiedergegeben werden könnten. \ iel wichtiger ist es, die größeren Züge, den Zusammen­hang der Täler und dergleichen richtig aufzufassen und wiederzugeben. Darauf richte der Aufnelnnei sein Augenmerk. Dazu gehört dauerndes Beob­achten der Landschaft. Richtet man seine Aufmerk­samkeit zu sehr auf die genaue Aufnahme der Weg­linie, so wird Zeit und Kraft den wichtigeren Dingen entzogen. Auch bei der Aufzeichnung des Geländes muß man generalisieren. Schon eine Karte großen Maßstabes, wie die Meßtischblätter in i : 25 000, ist im Vergleich zur Natur sehr gene­ralisiert. Wieviel mehr muß bei der rohen Form der Wegaufnahme, die größere Gebiete in viel kleinerem Maßstab wiedergeben soll, bei der Über­tragung direkt von der Natur generalisiert werden.

Es ist ein Fehler sehr vieler Wegaufnehmer, daß sie zahlreiche Einzelheiten geben, aber die großen Züge vernachlässigen. Ich habe Gelegen­heit gehabt, meine Aufnahmen mit anderen aus dem­selben Gebiet zu vergleichen. Ein Aufnehmer hat sorgfältig jedes kleinste Trockenbett verzeichnet, welches er überschritt, aber über den Verlauf und den Zusammenhang der Flußsysteme hat er nichts gebracht. Ja, man kann der Aufnahme nicht einmal entnehmen, daß er um einen großen Berg herum­marschiert ist. Zwar hat er seinen Gipfel durch Peilungen festgelegt, aber über die Natur dieses Peilpunkts bringt die Aufnahme nichts als den Namen. Meist ist es schwer oder unmöglich, Punkte solcher Aufnahmen mit anderen Aufnahmen zu identifizieren, um sie einzupassen.

Folgende Gesichtspunkte scheinen mir darüber zu entscheiden, ob man eine Einzelheit im Gelände aufnehmen soll oder nicht. Es hat nur dann Sinn, überhaupt Einzelheiten einzuzeichnen, wenn man zugleich die Hauptzüge des übersehbaren Geländes zur Darstellung bringt, so daß die Lage des Einzel­objekts im Ganzen ersichtlich ist. Auffällige, charakteristische Einzelheiten, z. B. eine vereinzelte

Felsgruppe, ein einzelnes kleines Bachbett, sind wichtig. Sie können wesentlich dazu beitragen Punkte verschiedener Aufnahmen miteinander sowie die Karte mit der Natur zu identifizieren, d. h. sich nach der Karte zu orientieren. Dagegen hat es wenig Nutzen, aus einer Fülle gleichartiger Einzel­heiten, z. B. zahlreicher Hügel, zahlreicher Bach­betten, zahlreicher Täler, einzelne aufzuzeichnen und die anderen zu vernachlässigen. Selbst wenn die eingezeichneten ihrer Lage und Gestalt nach richtig auf der Karte wiedergegeben sind, wird es selten möglich sein, sie nach der Karte wiederzu­finden. Eine kurze Beschreibung des allgemeinen Charakters mit Worten gibt dann ein richtigeres Bild, z. B. eines Hügellandes, als einzelne zerstreute Hügel auf der Karte. Erst wenn die Darstellung so ausführlich gehalten werden kann, daß alle Hügel in richtiger gegenseitiger Lage verzeichnet werden, dann hat ihre Aufnahme einen Zweck. Dann ist es möglich, sich nach dieser Aufnahme im Gelände zu orientieren. Das läßt sich aber durch eine Wegaufnahme kaum erreichen. Selbst bei der Peiltischaufnahme (Abschnitt IV), die viel gleich­mäßiger über die ganze Fläche arbeitet, ist es oft nicht möglich. Dann gilt für die Auswahl von Einzelheiten derselbe Grundsatz wie bei Wegauf­nahmen. Bei der Aufnahme des Hochlands der Riesenkrater mußte ich darauf verzichten, am NW- Abhang des Elaneirobi und Olmoti die zahlreichen Schluchten aufzunehmen, obwohl Schluchten von 100 m Tiefe an sich ganz große Objekte sind. Auf der Karte sind sie, wie ersichtlich, nur schematisch angedeutet, um den allgemeinen Charakter der Landschaft zu zeigen. Im nordöstlichen Mburu, -wo die Aufnahme sehr eingehend gehalten ist, habe ich alle Täler und Berge bis zu einer gewissen Größenordnung aufgenommen. Aber auf die Ein­zeichnung der Tälchen kleinster Ordnung, welche noch die eingezeichneten Rippen fiederförmig zer­schneiden, mußte ich auch hier verzichten.

IV. Triangulation mit

Um für mein Hauptforschungsgebiet eine gute Kartengrundlage zu gewinnen, beschloß ich, eine Triangulation auszuführen. Es veranlaßte mich , dazu die Unsicherheit, welche den Wegaufnahmen j anhaftet, auch wenn sie durch astronomisch fixierte i Punkte gestützt sind, sowie namentlich schlechte j Erfahrungen mit magnetischen Peilungen, die ich am Kilimandscharo hatte machen müssen. Dort

Peiltisch und Theodolit.

war die Genauigkeit der Peilungen durch mannig­fache magnetische Störungen beeinträchtigt.

Es konnte sich nicht um eine genaue Trian­gulation handeln, die nur durch Zusammen­arbeit Vieler nach einem vorher entworfenen Plane möglich ist. Wenn man als l'orschungs- reisender zum ersten Male in ein unbekanntes Gebiet kommt, ist cs nicht möglich, vorher