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T. 1 (1911) Aufgaben und Verlauf, die Karte, Ergebnisse der Sammlungen, Ethnographisches / von Fritz Jäger. Mit Beitr. von A. Wedemeyer ...
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Schneidens.) Denn da die von II gezogenen Strahlen mit denen der Natur zusammenfallen, die von I o-ezogenen denen der Natur parallel sind, so sind alle Figuren denen der Natur ähnlich. Nur den Maßstab der Karte kenne ich noch nicht. Außer den früher angezielten, peile ich auch noch andere wich­tige Punkte an, auch solche, die nicht mehr auf das Kartenblatt fallen. Gerade diese können sogar sein- wichtig werden. Bei allen neu hinzukommenden Punkten kommt es wiederum auf genaue Bezeich­nung der Strahlen an.

Standpunkt III.

Punkte, die annähernd in der Verbindungslinie III oder ihrer Verlängerung liegen, sind durch die bisherigen Peilungen nicht oder durch sehr spitz­winklige Schnitte nur mangelhaft bestimmt. Um sie festzulegen sowie zur Kontrolle der bisherigen Messungen, wähle ich tunlichst noch einen Stand­punkt III, der nicht in der Geraden I II liegt. Am günstigsten ist es, wenn er mit I und II etwa ein gleichseitiges Dreieck bildet. Selten wird sich ge­rade ein so günstig gelegener Punkt darbieten. Denn noch wichtiger ist, daß der Punkt gewisse topographische Anforderungen erfüllt. Er muß scharf erkennbar und ein guter Übersichtspunkt sein, ferner muß er von I und II bereits angepeilt sein, so daß ich seine Lage auf dem Kartenblatt kenne, dessen Maßstab ja bereits bestimmt ist. Wenn ich nun in III wie vorher in II den Tisch in die richtige Richtung drehe und dann wieder die früheren Punkte anpeile, so müssen sich die drei nach demselben Objekt gezogenen Strahlen jeweils in einem Punkte schneiden.

Bei meinen Aufnahmen hat dies immer gut ge­stimmt, wenn der angepeilte Gegenstand einguter Punkt, d. h. von überall scharf erkennbar war, so daß von jedem Standpunkt genau derselbe Punkt angepeilt wurde. Dagegen bei schlechten Punkten, z. B. flachen Bergkuppen war der angepeilte Punkt nicht von allen Standpunkten scharf erkennbar. Da kam es leicht vor, daß von den verschiedenen Standpunkten etwas verschiedene Stellen der Kuppe gepeilt wurden, und daß die Peilstrahlen sich nicht in einem Punkt, sondern in einem kleinen Dreieck­chen schnitten. Ohne Aufstellung von Signalen ist dies nicht zu vermeiden. Die genaue Übereinstim­mung bei den guten Punkten zeigt aber, daß die Methode auch den besten Kompaßpeilungen an Ge­nauigkeit weit überlegen ist.

Als Standpunkt III kann ich auch einen be­liebigen, noch nicht vorher angepeilten Punkt wählen, wenn mindestens drei Punkte, A, B und C, schon auf dem Blatte festgelegt sind. Es gilt dann,

Mitteilungen a. d. D. Schutzgebieten, Ergänzungsheft 4.

I die Lage des Standpunktes auf dem Blatt durch Rückwärtseinschneiden zu bestimmen. 1 ) Ich stelle den Tisch in dem gewählten Punkt auf und orien­tiere ihn roh nach Schätzung oder mit dem Kom­paß. Wäre er richtig orientiert, so würden, wenn ich in A, B und C die Nadel einstecke und von diesen Punkten des Blattes den entsprechenden Punkt des Geländes anpeile, die rückwärtigen Ver­längerungen dieser Peilstrahlen sich in einem Punkte schneiden und dieser Punkt wäre das Ab­bild des Standpunkts. Ist der Tisch nicht ganz richtig orientiert, so erhalte ich statt des Schnitt­punkts ein kleines Dreieck, das sogenannte fehler­zeigende Dreieck. Dann drehe ich den Tisch ein wenig, wiederhole die Peilungen und erhalte ein anderes fehlerzeigendes Dreieck. Die Verbindungs­linien entsprechender Eckpunkte der fehlerzeigen­den Dreiecke schneiden sich in einem Punkte und dieser ist das gesuchte Abbild des Stand­punkts. Es kommt daher keineswegs darauf an, schon vorher möglichst genau zu orientieren, um möglichst kleine Dreiecke zu erhalten. Da- I gegen ist es gut, durch geeignete Drehung zwei solche Dreiecke zu erzeugen, die den gesuchten Punkt zwischen sich einschließen. Nur wenn der Standpunkt innerhalb des Dreiecks der Punkte A, B, C liegt, fallen die beiden fehlerzeigenden Drei­ecke ineinander. Das ist der günstigste Fall.

Man kann den Standpunkt auch dadurch rück­wärts einschneiden, daß man über dem Peilblatt ein Stück Pauspapier festheftet, von einem beliebigen Punkte X des Pauspapiers die Objekte A, B und C anpeilt, das Pauspapier loslöst und so lange auf dem Peilblatt verschiebt, bis die Strahlen durch die Bild­punkte A, B und C gehen. Die Lage des Punktes X gibt dann das Abbild des Standpunkts, das man mit der Nadel auf das Peilblatt durchsticht. Diese Methode dürfte nur dann vorzuziehen sein, wenn man keine besonders günstigen Punkte A, B, C, aber noch andere Punkte zur Verfügung hat. Dann kann man mehr als drei Punkte anpeilen und beim Suchen der Lage von X läßt sich ein gewisser Aus­gleich zwischen den verschiedenen, nicht schaif stimmenden Peilungen erzielen.

Ist das Abbild des Standpunkts gefunden, so wird der Tisch genau orientiert und wie sonst weiter gepeilt.

Ob nun Punkt III schon von I und II aus ge­peilt war, oder durch Rückwärtseinschnitt gefunden wurde, in beiden Fällen ist seine Lage auf dem Blatt mit den Fehlern der ihn bestimmenden Pei­lungen behaftet. Deshalb muß man ihn duich mög-

i) Jordan, Handbuch der Vermessungskunde. Bd. II. Feld- und Landmessung. 6. Aufl. Stuttgart 1904, S. 778 bis 781.

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