einen Plan für die Triangulation festzulegen. Auch ist es nötig, daß man alle Arbeiten allein oder doch nur mit einem ungeschulten eingeborenen Gehilfen ausführen kann. Von der Aufstellung von Signalen konnte daher in der Regel keine Rede sein, dazu hätte ich die ganze Reise zweimal ausführen müssen.
Es kam also darauf an, mit einfachen Mitteln leicht und rasch ausführbare Messungen anzustellen. Herr Oberleutnant Abel, damals in Moschi, riet mir, ich solle mir von der Instrumentenreserve des Kaiserlichen Gouvernements in Daressalam einen Meßtisch kommen lassen. Dieser Rat, für den ich Herrn Abel hier besonders danken möchte, ist der beste von allen Ratschlägen, die mir für die Reise gegeben wurden. Ich danke ferner dem Kaiserlichen Gouvernement für die bereitwillige Übersendung.
Instrument.
Der übersandte Meßtisch war ein Instrument ! von der vereinfachten und leichten Form, wie sie | Ed. Sprenger in Berlin konstruiert, die als Peiltisch (auch Krokiertisch, Detaillierbrett) bezeichnet wird. Statt mit einer Kippregel arbeitet man auf ihm mit einem Diopterlineal. Das erhaltene Instrument war nicht mehr ganz tadellos. Die aus mehreren Brettern zusammengefügte Tischplatte klaffte etwas auseinander und die beiden Teile lagen nicht mehr genau in einer Ebene. Doch sind die I hieraus entstandenen Fehler verschwindend. Im folgenden werde ich Gelegenheit haben, einige Verbesserungen zu erwähnen, welche die Brauchbarkeit des Instruments noch erhöhen würden. Mit den Peiltischaufnahmen bin ich sehr zufrieden. Da der j Erfolg zeigt, daß das Verfahren weitere Verbreitung verdient, will ich es genauer beschreiben. Es ist nichts anders als eine vereinfachte Meßtischauf- | nähme.
Papier.
Auf der Tischplatte wird das Papier für die Aufnahme mit Heftnägeln festgesteckt und mit der Platte im Segeltuchfutteral aufbewahrt. Eine nicht unerhebliche Fehlerquelle scheint das nachträgliche Sichverziehen des Papiers zu sein. Da verschiedene j Papiere sich hierbei verschieden verhalten, wird schon die Wahl der Papiersorte nicht gleichgültig sein. Doch stehen mir hierfür keine Erfahrungen zu Gebote. Vermutlich verzieht sich geleimtes Papier weniger als ungeleimtes, dagegen ist letzteres zum Zeichnen geeigneter. Das Rollen und Wiederaufspannen des Papiers wirkt jedenfalls ungünstig. Deshalb nehme man von vornherein Blätter im Format der Tischplatte mit und bewahre sie nicht
gerollt, sondern in einer Mappe eben auf, desgleichen die vollendeten Blätter. Bei Meßtischaufnahmen wird, um das Verziehen möglichst zu vermeiden, die Tischplatte schon lange vorher mit Papier bespannt, und zwar durch Aufkleben am Rand. Auf der Reise wird ein Blatt meist nur kurze Zeit be- ! nutzt, dann muß ein neues heran. Oftmals muß die Arbeit an einem Blatte unterbrochen und ein neues aufgespannt werden, während das erste viel später vollendet wird. Das kunstgerechte Aufspannen wird daher in der Regel nicht angängig sein, weil man dazu eine ganze Anzahl Tischplatten mitnehmen müßte. Man ist also auf das Aufstecken des Papiers angewiesen. Doch lasse man das Blatt so lange als möglich aufgesteckt. Eine gewisse Kontrolle über das Verziehen des Papiers während und nach der Aufnahme wird man erhalten, wenn man zu Beginn der Arbeit mit einem Maßstab eine bestimmte möglichst lange Strecke in zwei aufeinander senkrechten Richtungen auf das Blatt aufträgt. Stellt sich später heraus, daß die Strecke sicli um einen bestimmten Betrag verkürzt oder verlängert hat, so kennt man die eingetretenc Verzerrung des Papiers.
A. Die Aufnahme. Mathematische Grundlagen. Die Triangulation.
Standpunkt I.
Zunächst wähle ich einen möglichst von fernher erkennbaren Ubersichtspunkt aus, die höchste Spitze eines Berges oder dergleichen, auf dem die Aufnahme beginnen soll. Nennen wir ihn Standpunkt I. Hier wird der Peiltisch mit Hilfe der Dosenlibelle horizontal aufgestellt. Es ist darauf zu achten, daß das Stativ während der Aufnahme feststeht. Man hüte sich sehr, daran zu stoßen und ziehe die Schrauben der Stativbeine fest an. Ferner darf sich die Tischplatte nicht drehen, weil sonst die Winkel falsch gepeilt würden. Deshalb muß man die Schraube, welche den Tisch auf dem Stativ festhält, stark anziehen. Es wäre vorteilhaft, wenn er durch eine weitere, exzentrisch an der Stativscheibe anzubringende Schraube festgeklemmt werden könnte.
Nach vollendeter Aufstellung setze ich die Lage des Standpunktes auf dem Blatt fest. Je nachdem ich die Gegend mehr nach einer Seite oder ringsum bis zu gleicher Entfernung auf das Blatt zu bringen wünsche, muß er mehr am Rand oder in der Mitte liegen. In diesen Fixpunkt wird eine Nadel senkrecht eingesteckt, an der das Diopterlineal bei allen Peilungen anliegen muß. Dies wird erreicht, indem man das Lineal beim Einstellen des Diopters leicht