Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1904) Die außereuropäischen Erdteile nebst den deutschen Kolonien
Entstehung
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Asien.

welches die unwirtlichen innerasiatischen Gebiete den am Rande des Erdteils aufblühenden Kulturreichen darboten, begründet. Von Westasien aus verbreiteten sich drei Religionen, die nur einen Gott lehren, also monotheistische, nämlich die mosaische, christliche und mohammedanische. Die mosaische Religion hat in Asien heute nur noch wenige Anhänger, weil ihre Bekenner fast in die ganze Welt zerstreut wurden; die christliche verbreitete sich vorwiegend über Europa hin; zur herrschenden Religion ent­faltete sich dagegen in Westasien die mohammedanische, die jedoch auch in Indien und selbst in Chiua und auf den malayischen Inseln noch viele Anhänger fand Den Haupteinfluß behaupten aber in Ostasien zwei heidnische Religionen, die mehrere Götter lehren, also polytheistisch sind, nämlich der Brahminismus*), der als einen Hauptpunkt die Seelenwanderung lehrt, und der Buddhismus**). Beide nahmen von Vorderindien ihren Ausgang. Während der Brahminismus in diesem Lande heute noch die herr­schende Religion ist, breitete sich der Buddhismus besonders in Zentralasien, Hinterindien, China und Japan aus. Bei dieser Aus­breitung hat letzterer seine reine Form, wie sie sich am besten noch auf Ceylon erhalten hat, eingebüßt, so daß vielfach ein krasser Aberglaube übrig geblieben ist. In China und Japan hat sich neben dem Buddhismus noch der alte Ahnenkultus erhalten, und als Morallehre gilt die Lehre des Confucius***).

h) Kiiltureigeiitümlichkeiten und Volksleben.

Von asiatischem Volksleben und asiatischer Volkssitte mögen zwei Beispiele!) gegeben werden, eins, das uns Züge aus dem Leben eines asiatischen Kulturvolkes und zwar des chinesischen, und ein zweites, das uns Züge aus dem Leben eines Natur- und Nomadenvolkes und zwar der Kirgisen, erzählt. Das Lebens­bild des chinesischen Volkes soll uns mit dem Heim, der Kleidung, dem Familienleben und dem Charakter der Chinesen, mit dem Treiben in den Geschäftsvierteln der Städte, mit dem Aberglauben des Volkes und mit dem Straßen- und Flußleben bekannt machen. Weniger zahlreich als diese Lebenszüge eines alten Kulturvolkes sind die des Nomadenvolkes, welche das zweite Lebensbild zeigen soll.

Die chinesischen Häuser, deren geschweifte Dächer er­kennen lassen, daß sie aus der Zeltform hervorgegangen sind,

*) Benannt nach dem obersten Gotte Brahma. **) Buddha (d. h. der Erleuchtete), der Stifter dieser Religion, die als Mittel zur Befreiung von Leiden die Überwindung der menschlichen Leiden­schaften verlangt, starb achtzigjährig i. J. 477 v. Chr.

***) Confucius (Kung-fu-tse), der 549477 v. Chr. lebte, also im selben Jahre wie Buddha starb, war ein Sproß der damaligen Kaiserfannlie von China.

f) Das erste Lebensbild ist nach der Einleitung zu dem Katalog, der zu der chinesischen Abteilung der internationalen Hygiene-Ausstellung in London i. J. 1884 herausgegeben wurde, nach Aufsätzen der Kölnischen Zeitung und nach Reisebriefen von P. Lindenberg bearbeitet, das zweite nach einem Reisebericht von Dr. M. Samt er in dem Berliner Lokal-Anzeiger.