Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1904) Die außereuropäischen Erdteile nebst den deutschen Kolonien
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Asien als Ganzes. Staatenbildung.

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lichsten Teil der Halbinsel Malaka und die malayischen Inseln be­wohnt, aber wohl nicht ganz die Zahl von 50 Mill. erreicht. In diesen drei Völkergruppen sind noch nicht die Dravidastämme im südöstlichen Vorderindien enthalten, die eine selbständige Stellung einzunehmen scheinen und etwas über 50 Mill. zählen.

f) Staatenbildung: die staatliche Gliederung und Verfassung.

Die politische Gliederung Asiens hat sich fast überall der natürlichen angepaßt. Zentralasien fiel von Natur aus dem großen chinesischen Kaiserreiche zu; jedoch gehört der Priesterstaat Tibet kaum mehr als dem Namen nach zu China, dessen staatliche Kraft vorwiegend in den fruchtbaren Ebenen, Berg- und Tallandschaften näher der Ostküste Asiens liegt. Von dem Riesenreiche gliederten sich bloß die beiden Kaiserreiche Korea und Japan, zu dem jetzt auch die Insel Formosa gehört, ab. Der einfache Bau Vorderindiens hat England die Möglich­keit gegeben, seine Herrschaft über dieses Gebiet, das jetzige eng­lische Kaiserreich Indien, bis zu den starken Naturgrenzen im W, N und 0 auszudehnen. Selbständige Himälayastaaten sind bloß noch Nepal und Bhutan. Das von hohen Gebirgsketten durchzogene Hinterindien konnte sich auch politisch mehr gliedern als Vorderindien. Als selbständiger Staat hat sich in dem mittleren Teile der Halbinsel noch das Königreich Siam erhalten, während der W, Barraa. an England, der 0, Anam, an Frank­reich fiel. England dehnte seine Herrschaft auch über die Insel Ceylon, die Halbinsel Malaka und den nordwestlichen Streifen der Insel Borneo aus und machte Hongkong zu einem wich­tigen Stützpunkte seines Handels. Die malayische Inselwelt ist hauptsächlich im Besitz Hollands; die Inselgruppe der Philipp innen gehört jedoch den Vereinigten Staaten Nordamerikas. Westasien, das infolge seiner reichen Glie­derung der Schauplatz vieler Staatenbildungen war, ist mit Aus­nahme des Hochlands von Iran fast ganz in türkischem Besitz. In Arabien bestehen aber noch einige selbständige Reiche, und England besitzt den Küstenplatz Aden und die Insel Cypern. Das Hochland von Iran wurde durch die Wüsten in seiner Mitte politisch zerrissen; im W erhielt sich das König­reich Persien, im 0 das Emirat Afghanistan, während Be- lutschistän ganz unter englischem Einflüsse steht. Ruß­land nahm sich als größtes Stück des Erdteils ganz Sibirien nebst der Kirgisen steppe, Transbaikalien und dem nördlichen Amur gebiete, sowie Turkestan. Portugal besitzt vor allem Goa und Makao und das Deutsche Reich K i a u t s c Ii 6 u.