Asien.
Mit größern Reichtümern tritt Nordasien auf den Weltmarkt, da es außer Fellen, Getreide, Bleisch und. Butter auch Erze in beträchtlichen Mengen liefert.
d) Das Verkehrswesen: Verkehrsformen, Handelsstraßen, Eisenbahn- und Schiffahrtslinien.
Die ursprünglichen, der Landesnatur völlig angepaßten Verkehrsformen haben sich in Asien nicht in der Reinheit erhalten wie in Afrika. Die höhere Kultur, welche die meisten Länder, viele schon in alter Zeit erreicht haben, und der stärkere Handelsverkehr mit den europäischen Völkern hat ausgleichend gewirkt und bereits manche Eigentümlichkeit verschwinden oder doch zurücktreten lassen. Immerhin lassen sich noch Verkehrszonen abgrenzen. West- und Zentralasien sind die Hauptgebiete des Karawanenverkehrs, der am besten, wie in den trockensten Teilen Afrikas, die weiten Entfernungen zwischen den Oasenstädten und die Verkehrsschwierigkeiten der Wüste zu überwinden vermag. Wo noch nicht, wie in den Wüsten Westturkestans. die Eisenbahn siegreich vorgedrungen ist, bewegen sich die Kamels- karawanen noch immer auf den alten Karawanenwegen, und der Rücken des Kamels ist ganz wie in alter Zeit das beliebteste Transportmittel für Menschen und Waren. Daneben spielen allerdings in einigen Gebieten Westasiens auch Esel, Maultiere und Pferde als Last- oder Reittier eine gewisse Rolle. In den Monsunländern sind Büffel und Rind, in Indien ferner der starke Elefant als Zugtiere tätig, während die vornehmern Bewohner in diesen menschenreichen Gebieten, wo menschliche Arbeitskraft billig ist, mit Vorliebe die Sänfte zur Fortbewegung benutzen oder sich auf einem leichten Gefährt von einem Läufer ziehen lassen. In ungeheurer Zahl beleben solche Gefährte besonders die Straßen der japanischen Städte. Im südlichen China, das über ein ausgezeichnetes und weitverzweigtes Flußnetz verfügt, spielt Flußschiffahrt mittelst der Dschunken eine große Rolle, während in N o r d c h i n a die S ch i e b k ar r e und der kleine zweirädrige Wagen die Haupttransportmittel sind. In Sibirien kommt während des langen Winters der Schlittenverkehr zur vollen Geltung. Die wichtigsten alten Handels- und Völker wege Asiens waren folgende: 1. Von Konstantinopel über die cilicischen Pässe nach Syrien (vgl. S. 117); 2. von Konstantinopel nach Mesopotamien durch die Mitte von Kleinasien; 3. die Straße Trapezunt-Erzerun, die in umgekehrter Richtung schon Herodot und seine 10000 Griechen zum Meere führte, und ihre Fortsetzung über Tabris nach Persien; 4. der Weg aus Westturkestan über den Damianpaß und Kabul nach Indien, auf dem jedenfalls die Einwanderung der Inder erfolgte; 5. die Seidenstraße, von der ein nördlicher Zweig von China durch die Dsungarei nach Kuldscha, ein südlicher über Kaschgar nach Westturkestan führte; 6. die