Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1904) Die außereuropäischen Erdteile nebst den deutschen Kolonien
Entstehung
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Asien.

b) Die Veredelung der 5 Rohstoffe: Gewerbtätigkeit.

In den alten Kulturländern Asiens, besonders in Indien, China und Japan, haben manche Gewerbe seit langer Zeit eine hohe Entwicklung erlangt. Die alten Inder leisteten Vor­zügliches besonders in der Metallindustrie, in der Anfertigung von Schmucksachen aus Gold, Perlen und Edelsteinen, in der Herstellung von Teppichen, feiner Seiden- und Baum woll­zeuge, in der Elfenbeinschnitzerei, die Chinesen, welche Erfinder des Porzellans, des Glases, des Papiers, der Seidenweberei, des Buchdrucks sind, in der Elfenbein-, Holz- und Stein­schnitzerei, der Malerei, der Lack-, Porzellan-, Bronze- und Emaille-Industrie. Manche dieser Gewerbe stehen in Indien und China noch heute in Blüte; aber in den zuletzt ge­nannten vier Gewerben sind die Chinesen von ihren Schülern, den Japanern, überholt worden. Wichtig ist für alle Monsunländer die gewerbliche Verwendung des Bambusrohrs. Auch in West­asien sind manche Gewerbe seit alter Zeit heimisch, wie die Teppichweberei in Persien und Smyrna, die Waffen Ver­fertigung in Damaskus. Eine neuzeitliche Industrie beginnt sich vor allem in Japan und Vorderindien zu entwickeln.

Großartige Werke der Baukunst hat eine alte Kultur namentlich in Indien hinterlassen. Wie in China, Japan und andern alten Kulturländern ist auch dort die Entwicklung der Baukunst mit dem religiösen Kultus aufs engste verknüpft ge­wesen, so daß man die drei Kunstepochen des Brahmanismus, des Buddhismus und des Islams unterscheiden kann.

c) Der Austausch der Erzeugnisse: Binnenhandel,

Ein- und Ausfuhr.

Zu einem Austausch der Erzeugnisse ist ein großes Bedürfnis besonders in den Teilen Asiens vorhanden, wo der Anbau mit Hülfe künstlicher Bewässerung geschieht. Die 0 a s e n k u 11 u r vermag nur eine beschränkte Zahl von Erzeugnissen zu liefern, und an manchen Dingen, die eine höhere Kultur nicht entbehren kann, fehlt es umsomehr, als das Bestreben dahin gehen muß, auf dem wertvollen Boden nur die geschätztesten Erzeugnisse zu ge­winnen. Das also nur einseitig entwickelte Wirtschaftsleben der Oasen bedarf notwendig der Ergänzung durch den Handel, der die fehlenden Waren aus andern Gegenden herbeischafft und für die Verwertung der überflüssigen Erzeugnisse sorgt. In West- und Zentralasien findet daher ein verhältnismäßig lebhafter Handels­verkehr von Land zu Land, von Oase zu Oase statt, und den Sinn der Bewohner der Oasenstädte sehen wir vor allem auf den Handel gerichtet. Der Handelsverkehr spielt sich teils auf öffent­lichen Märkten, teils in den Geschäftsvierteln der Stadt, in welchen sich die ständigen Geschäfte befinden, ab.