Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1904) Die außereuropäischen Erdteile nebst den deutschen Kolonien
Entstehung
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Asien,

4. Die Monsungebiete Ostasiens.

a) Das Landscliaftsbild.

Die ziemlich dicht zusammengedrängten Gebirgsfalten, von welchen der östliche Teil des Hochlandes von Tibet durchzogen wird, strahlen nach 0 weit auseinander. Als das eigentliche Rück­grat Ostasiens behält nur der Kiieiilun in seiner östlichen Fortsetzung, dem Tsinling, die Richtung nach 0 bei, die Wasser­scheide zwischen dem Jangtsekiang und dem Hoangho bildend. Von den Gebirgsketten, die nach S streichen und zum Teil die ganze Halbinsel Hinterindien durchziehen, kann die am meisten nach 0 gerückte, der Jünling, als die natürliche Ostgrenze Tibets und als die natürliche Westgrenze Chinas gelten. Südlich vom Jangtsekiang gliedern sich an ihn Gebirgsketten an, die nach NO umschwenken. Zahlreiche Parallelketten durchziehen in dieser Richtung das südliche China. Einige derselben werden auf Karten unter dem Namen Nansclian zusammengefaßt. Auch das nördliche China und die Mandschurei werden von Gebirgs­ketten, Verzweigungen des Kuenlun, durchzogen, die nordöst­liche Streichrichtung zeigen. Das Chingan-Gebirge, das die Ostgrenze der Mongolei und die Westgrenze der ^Mandschurei bildet, sowie die Gebirge, welche Korea durchziehen, und das Gebirge, welches weiter nördlich die Küste begleitet, haben sogar fast genau nördliche Richtung. So strahlen die ziemlich parallel von W nach 0 gerichteten Gebirgsketten Zentralasiens in Ost­asien weit auseinander, nach S, 0 und NO, so daß eine auf­fallende Ähnlichkeit mit dem östlichen Ausstrahlen der Alpenketten in die Erscheinung tritt.

Zuletzt herrscht in Ostasien die n_ordöstliche Streich­richtung völlig vor. Sie beherrscht nicht blörT (Ten Lauf der großen Ströme, die, nachdem ihnen ein Durchbrach durch eine Gebirgskette in südöstlicher Richtung gelungen ist, immer wieder durch eine andere von neuem nach NO gelenkt werden, so daß ein treppenförmiger Lauf entsteht, als auch den V^xlauf d e r Küste und den Zug langgestreckter Halbinseln, Inseln" und Inselreihen. Die etwas nach SW umgebogene Spitze der Halbinsel Korea weist nach den Gebirgsketten hin, welche Süd­china durchziehen und auch dessen bogenförmige Küstenlinie be­stimmten. Ein Küstenvorsprung auf der Westseite Koreas und die wieder schärfer nach SW vorspringende Halbinsel Liautung weisen nach der Halbinsel Schantung, deren Gebirge ohne Zu­sammenhang mit den übrigen Gebirgen Chinas aus dem chinesischen Tieflande hervorragt, und die Beziehungen des Oberflächenbaues zu den ebengenannten Gliedern Ostasiens unschwer erkennen läßt, und endlich die Japanischen Inseln können zusammen mit der Insel Formosa im S und der Insel Sachalin im N als die