Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1904) Die außereuropäischen Erdteile nebst den deutschen Kolonien
Entstehung
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Asien.

tur schwierig; mehr noch wird sie durch die furchtbare Kälte im N und die große Hitze und Trockenheit im SW gehemmt. Aber der Versuch, die Schwierigkeiten des Eaumes mit den neu­zeitlichen Hilfsmitteln zu überwinden und die anbaufähigen Striche des großen Gebiets der Kultur zu erschließen, sind im vollen Gange.

A. Die einzelnen Gebiete des Erdteils* I. Westasien.

a) Das Landschaftsbild.

Weder von Europa noch von Afrika aus vollzieht sich der Übergang zu dem Erdteile Asien in einer auffälligen Weise. Wenn wir an dem europäischen Gestade des Bosporus oder des Hellespont stehen und nach dem asiatischen Ufer dieser Meerengen, die nichts weiter als frühere Stromrinnen sind, hinüberschauen, so vermögen wir kein neues, asiatisches Merkmal zu entdecken. Zwischen den Ufern mancher Ströme bestehen grössere Unter­schiede als an diesen beiden Stellen zwischen europäischem und asiatischem Lande. In der Inselflur des Ägäischen Meeres ist es vollends unmöglich festzustellen, welche Inseln noch europäisch und welche schon asiatisch sind. Eine scheinbar sehr scharfe Grenzlinie zwischen Europa und Asien stellt die gewaltige Hoch­gebirgskette des Kaukasus dar. Aber auf seiner Nord- und Süd­seite herrschen so verwandte kulturelle Verhältnisse, daß es richtiger ist, den ganzen Kaukasus Asien zuzurechnen. Eine scharfe Grenz­linie fällt darum auch dort weg. Afrika und Asien, die seit Erbauung des Sueskanals äußerlich nicht mehr zusammenhängen, zeigen in ihren Grenzgebieten noch geringere Unterschiede als Europa und Asien; denn das Rote Meer ist nur eine Graben­senkung, ein langer, spaltenartiger Einbruch innerhalb der in jeder Hinsicht gleichgearteten großen Wüstentafel Nordafrikas.

Trotz dieser verwandten Beziehungen zu den Nachbarerdteilen ist Westasien doch ein eigenartiges Land, weil gewisse Eigen­schaften sowohl des Oberflächenbaues als auch des Klimas und daher auch der Kultur fast überall, wenn auch nicht immer in der gleichen Schärfe ausgeprägt, wiederkehren.

Seiner Oberflächengestalt nach ist Westasien ein durch­schnittlich etwa 1300 m hochgelegenes Hochland, das aber durch Senken in mehrere Gebiete geteilt ist. Die wichtigste Senke ist das Tiefland vonEuphrat und Tigris oder Mesopotamien, das selbst wieder die Fortsetzung eines Meeresbeckens, des Persischen Meerbusens bildet. Durch sie wird das Hochland von Arabien und Syrien im S und SW von dem nordöstlich gelegenen Hoch­land von Iran vollständig und den nördlich gelegenen Hoch-