Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1904) Die außereuropäischen Erdteile nebst den deutschen Kolonien
Entstehung
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Asien.

röhr,' mehrere Baumwollarten, der Zimtbaum, die Jute und ein ge­schätzter Obstbaum, der Mango.

Gleich den Pflanzen ist auch das Tierleben Südasiens hoch entwickelt; auf den maiayischen Inseln ist es dagegen, wie es fast immer auf Inselländern der Fall ist, weniger reich. Auf dem Fest­lande kommen fast alle größeren Raubtiere vor mit Ausnahme des Löwen, an dessen Stelle aber der mächtige Tiger tritt, dessen eigentliche Heimat Indien ist. Vertreten sind ferner eine Elefanten­art, nämlich der indische oder asiatische Elefant, ein Nashorn, ein Tapir, sowie Büffel-, Hirsch-, Eeh- und Antilopenarten und zahl­reiche Schlangenarten. Auf den maiayischen Inseln fehlen die großen Raubtierarten, während eine Abart des indischen Elefanten auch auf Sumatra lebt. Auf dieser Insel und auf Börneo kommt ferner der Orang-Utang vor.

b) Das Kulturbild.

Die Natureinflüsse, die die äußerst üppige Entfaltung des Pflanzenlebens bewirken, begründen auch den hohen Wert der Monsunländer Südasiens für den Anbau und für die menschliche Besiedelung. Während in Westasien 9 /io, in Hochasien noch ein größerer Teil der Bodenfläche nicht anbaufähig ist, sind in dieser Landschaft Asiens nur die vorderindische Wüste Thar und die höchsten Gebirge als für den Anbau ungeeignet in Abzug zu bringen. Dieser verhältnismäßig geringe Ausfall wird aber mehr als aufgewogen durch die wahrhaft strotzende Fruchtbarkeit vieler Gebiete. So erklärt es sich, daß die Monsunländer Südasiens mehr als die zehnfache Bevölkerung, des an Raum fast noch größern Westasien zu ernähren vermögen.

Den höchsten Wert für Anbau und Besiedelung haben die Niederungen, durch welche die vorder- und hinterindischen Ströme die gewaltige Wasserfülle, die sie in den höchsten Gebirgs­gegenden der Erde sammeln, fortführen, und über die sie ihren fruchtbaren Schlamm ausbreiteten. Neben dem Naß, das der Himmel spendet, kann dort den Feldern noch künstliche Be­wässerung geboten werden. Dies ermöglicht, mit größtem Er­folge die Kultur einer Getreideart, des Reises, zu pflegen, die sehr große Erträge liefert und die nötige Nahrungsmenge für große Volksmassen liefern kann. Die wichtigsten Gebiete des Reisbaues sind § in Südasien das Tiefland des Ganges und Brahmaputra, die Südostküste Vorderindiens, Ceylon, Barma, Siam, Cochinchina und Java. Am meisten hat er sich in neuester Zeit in Unterbarma, also an der regenreichen Westküste Hinterindiens und in dem reich­bewässerten Delta des Iräwadi ausgebreitet, und die Stadt Rangün ist für Reis heute der Hauptweltmarkt und Haiiptausfuhrhafen.

Der Reisbau und seine Geschichte.

Der Reisbau hat für die Völker Asiens, insbesondere Süd- und Ost­asiens, eine große Bedeutung, und ohne ihn hätten viele Gebiete nicht solche