Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1904) Die außereuropäischen Erdteile nebst den deutschen Kolonien
Entstehung
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Das Tafelland Südafrikas nebst der Iusel Madagaskar,

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ist, die Westseite aber und besonders die innere Hochfläche trockner sind. Diese Gegensätze des Klimas haben große Unterschiede in der Entfaltung des Pflanzenlebens hervorgerufen. Während die Ostküste von einem Gürtel eines feuchten, ungeheuer üppig wuchernden Urwaldes begleitet wird, ist im westlichen Tief lau ds- saum der Wald trockner und lichter, uud das Hochland ist wenig bewaldet, auf weiten Strecken sogar öde und kahl. Das Tier­leben Madagaskars ist sehr eigenartig, was auf eine lange Tren­nung der Insel vom Festlande schließen läßt: es fehlen die großen afrikanischen Dickhäuter und Säugetierarten, während sich Lemuren oder FuchsafTen aus älterer Zeit der Erdgeschichte erhalten haben.

b) Das Kulturbild.

Aus der Beschreibung des Klimas und des Pflanzenlebens gelit hervor, daß die meisten Gebiete Südafrikas für den Acker­bau weniger geeignet sind als für die Viehzucht. Die besten Anbaugebiete sind die Südspitze Afrikas, also ein großer Teil des englischen Kaplandes, wo die Winter-und Sommerregen zusammentreffen und infolgedessen keine langen Dürren die Ent­wicklung der Saaten gefährden, und das Land Natal, wo ein feuchtheißes Klima selbst die Kultur des Zuckerrohrs gestattet. Der Anbau dieses tropischen Gewächses ist in der letzten Zeit auch vielfach an die Stelle der Kaffee- und Baumwollpflanzungen getreten, die den erhofften Gewinn nicht abgeworfen hatten. Auf den Hochflächen des Innern wird wenig Ackerbau betrieben. Fast nur die. feuchtesten örtlichkeiten werden zur Anlage von Feldern benutzt. Eine größere Ausbreitung des Ackerbaues wäre jedoch möglich. Mais und Weizen sind die Hauptgetreidearten; die Ein­geborenen ernähren sich meist von Kaffernkorn. Da die Saaten häutig unter der Trockenheit leiden, wendet man in Kapland viel­fach künstliche Bewässerung an.

Wie in Sievers Afrika (2. Aufl. von Hahn) berichtet wird, wurde schon 1876 im Distrikt CaMnia ein künstliches Wasserbecken angelegt, durch welches die Fruchtbarkeit des umliegenden Landes gehoben und auch das Vieh vor dem Untergänge bewahrt wurde. Bei Beaufort und Stoelshoek wurden 1880 und 1884 Wasserbecken, von denen das eine über 2 1 / 2 , das andere fast Mill. cbm Inhalt fassen, angelegt. Die großartigste Stauanlage gelang aber in der nördlichen Karroo, wo man einen künstlichen See schuf, der fastöOqkm groß ist und bei einer Tiefe von 34 m einen Wasservorrat von fast 160 Mill. cbm zu fassen vermag.

Für einige Bezirke Südafrikas dürfte der Weinbau eine aus­sichtsreiche Zukunft haben. In dem Bezirke Paarl hat er be­reits eine bedeutende Ausdehnung erlangt. Französische Huge­notten führten ihn dort im 18. Jahrhundert ein. Es werden sehr schwere, likörartige Weine, sowohl rote als auch weiße, die meist unter dem Namen Konstantia weine in den Handel kommen, gezogen.

Von den Konstantiaweinen wurden schon um 1890 1000 hl ausgeführt Der Gesamtertrag an Kapweinen wird auf etwa 200 000 hl geschätzt, und