Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1904) Die außereuropäischen Erdteile nebst den deutschen Kolonien
Entstehung
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Afrika.

im N Afrikas zu dessen äquatorialen Gebieten mit reichster Ent- wickelung des Pflanzenlebens.

5. Das Kongobecken. Die Fülle der Tropenregen, die dieser vom Äquator durchschnittene Teil Afrikas empfängt, ließ den bedeutendsten und wasserreichsten Strom des Erdteils, den mächtigen Kongo entstehen, wie sie anderseits zusammen mit dem hohen Wärmemaße das üppige Bild eines riesigen Urwaldes schuf. Der beckenförmige Bau des Gebiets übertrug dem Kongostrome und seinem sehr regelmäßig ausgestalteten Stromnetze auch für den Verkehr eine beherrschende Rolle.

6. Das Seenhochland von Ostafrika. Dasselbe breitet sich östlich vom Kongobecken aus und umfaßt noch die Quell­gebiete des Nils. Seine auffälligsten Merkmale sind zahlreiche und große Seen, die in grabenförmige Senkungen gebettet sind, sowie mächtige Vulkangebirge, während das Klima in den ein­zelnen Gegenden je nach der Höhenlage und je nachdem der Meeres­einfluß abgeschnitten ist oder nicht, sehr verschieden ist. Im allge­meinen ist dieses aber heiß und streckenweise trocken, so daß weite Steppengebiete entstehen konnten.

7. Das Tafelland von Südafrika und die Insel Madagaskar. Dieses Gebiet kann infolge seiner Entfernung vom Äquator und seiner ziemlich bedeutenden Erhebung über dem Meere nicht mehr die tropische Fülle des Naturlebens hervor­bringen. Noch mehr bestimmt sein tafelförmiger Bau, sein plötz­liches Abbrechen zur Küste, weil dadurch der Meereseinfluß fast ganz abgeschnitten und den Regenwolken der Weg nach dem Innern fast versperrt wird, die Natur des Landes und seinen Siedelungs- wert für den Menschen, der es vor allem zur Weidewirtschaft geeignet fand. Durch seinen Reichtum an mineralischen Schätzen, besonders an Gold, hat das Gebiet aber einen über diese Natur­grenze hinausgehenden Wert bekommen. Die Insel Madagaskar gliedert sich hinsichtlich des Klimas und Pflanzenlebens der regen­reichern Ostküste Südafrikas an, während sein Tierleben infolge der frühen Trennung der Insel vom Festlande eigenartig ist.

A* Die einzelnen Gebiete des Erdteils.

I. Die Atlasländer.

a) Das LandschaftsbildL

Wir stehen an der Südspitze Spaniens, dort wo sich die wuch­tige Erscheinung des Felskolosses von Gibraltar aus dem Meere erhebt. Im Westen und Osten weicht die Küste nordwäits aus: über die freie Fläche des Meeres blicken wir hinweg. Aber süd­wärts trifft unser Auge, in nicht zu weiter Entfernung, die Um­risse eines andern felsigen Landes. Nach nur kurzer Überfahrt