Das Seenhochland von Ostafrika.
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bar festen Fuß gefaßt. Eine günstige Lage und große Fruchtbarkeit zeichnen die Insel Sansibar aus. Obschon dieselbe nur 1500 qkm groß ist, wohnen auf ihr 150000 Menschen. Etwa 60000 entfallen davon auf die Stadt Sansibar, die nach der Seeseite mit ihren glänzendweißen Steinbauten einen stattlichen Eindruck macht, im Innern aber aus einem Gewirr von engen und krummeD Gassen besteht, denen jedoch das bunte Völkergemisch einen seltenen Eeiz verleiht. Unter den Ausfuhrgegenständen Sansibars nehmen Gewürznelken die erste Stelle ein. Auch der Elfenbeinhandel, natürlich nur Durchgangshandel, ist bedeutend. Ein- und Ausfuhr Sansibars hatten 1899 einen Wert von je 28 Mill. Mark. Der Gesamthandel aller deutschen Hafenstädte an der gegenüber liegenden Festlandsküste erreicht diese Wertziffer bei weitem nicht. Besonders der Handelsverkehr mit Indien ist bedeutend und meist in den Händen von Indern, die in großer Zahl in Sansibar wie auch in den deutschen Hafenstädten ansässig sind. Um den Vorrang Sansibars als Handelsstadt Ostafrikas zu erhalten, hat England den dortigen Hafen zum Freihafen erklärt.
Die den südlichen Teil Ostafrikas bewohnenden Völker gehören zu der großen Völkergruppe der Bantuneger, während weiter nach N M is ch v ö 1 ker von hamitisch-semitischer Abstammung und hellerer Farbe, die sich mit Negern vermischt haben, sitzen, wie die Galla südlich von Abessinien und die Somäli, welche die nach ihnen beuannte Halbinsel, das Osthorn Afrikas, bewohnen. Im Seengebiete wohnen solche hellfarbigen Völker als herrschender Hirten adel unter Bantu Völker n, deren Sprache und Sitte sie angenommen haben. Die christlichen Abessini er steheu den Arabern, die an der Sansibarküste festen Fuß gefaßt hatten, nahe. Die Bevölkerung des Hochlands von Abessinien beträgt 5—6 Mill. Eine Schätzung der Bevölkerung ganz Ostafrikas ist noch nicht möglich.
Unter den Städten Ostafrikas steht das schon oben erwähnte Sansibar (60 000 E.), das Sitz eines Sultans ist, sich aber jetzt unter englischer Herrschaft befindet, an erster Stelle. Ihm gegenüber liegt an der Küste Deutsch-Ostafrikas Daressaläm (= Friedenshafen). Mombosa ist Ausgangspunkt der englischen Ugandabahn. Als die jetzige Hauptstadt Abessiniens gilt Addis- Abeba (mit etwa 50000 E.). Die jetzt ebenfalls zu Abessinien gehörende Stadt Harar ist als Zwischenpunkt für den Handel nach der Küste und als Endpunkt der von Djibuti aus erbauten französischen Bahn wichtig. An der Küste liegen noch die Hafenstädte Berbera, das im Winter bis zu 30000 E. zählt, und Massaua.
7. Das Tafelland Südafrikas nebst der Insel Madagaskar.
a) Das Landschaftsbild.
Große Entdecker folgten einst dem Schiffahrtswege, der uns von der Küste von Guinea nach der Südspitze Afrikas führt, wo wir unsere Wanderung durch den letzten und südlichsten Abschnitt des Erdteils beginnen wollen. Die Kunde von der ersten Um-