Afrika.
der ostafrikanischen Steppenfauna. Zu ihnen treten, besonders im Gebiete der Nilseen, doch auch in andern Wald- und Flußgebieten, Elefant, Nashorn und Flußpferd.
b) Das Kulturbild.
Die trockenen Steppengebiete Ostafrikas eröffnen für den Ackerbau weniger günstige Aussichten als vielleicht für die Viehzucht. Einige Völker, wie die Massai, hatten vor Ausbruch der Rinderpest (1891) schon einen ziemlich großen Viehstand. Der in Ostafrika wie überhaupt in Afrika vielverbreitete Lateritboden verlangt, weil er das Wasser rasch einsinken läßt, recht viel Feuchtigkeit, um gute Erträge liefern zu können. Von Erzeugnissen der trocknen Gebiete Ostafrikas ist wohl in erster Linie der Kaffee zu nennen, dessen Heimat das Land südlich von Abessinien ist.
Anderseits besitzt Ostafrika auch manche für den Anbau und die menschliche Besiedelung durchaus geeignete oder sogar wertvolle Gebiete. Als solche können gelten das Hochland von Abessinien, die übrigen Erhebungen auf dem Hochland, das Gebiet der großen Seen und der regenreichere Abschnitt der Ostküste.
Abessinien hat durch seine bedeutende Erhebung über dem Meere die Tropenlage gleichsam eingebüßt. Je höher die einzelnen Gegenden des Gebirgslandes liegen, desto mehr entfernt sich das Klima von dem tropischen, um so ähnlicher wird es mit nördlichen, kältern Klimaten. Zwei Gründe mögen hauptsächlich zur Besiedelung des Hochlandes von Abessinien gelockt haben. Die Bewohner entgingen dem schroffen Wechsel zwischen der feuchtheißen Regenzeit und zwischen der heißdürren Trockenzeit, der in den angrenzenden Niederungsgebieten alljährlich eintritt und die Unbilden der einen Zeit durch die der andern ersetzt. Ferner bot das fast mauerartig in Terrassenstufen aufsteigende Land mehr Sicherheit gegen andere Völker. Die größeren Ansprüche, die die kältere Heimat inbezug auf Kleidung und Wohnung stellte, konnten gegenüber solchen Vorzügen nicht in die Wagschale fallen, wurden aber mit der Zeit ein immer stärkerer Ansporn, auf den Bahnen der Kultur schneller voranzuschreiten. Ein wichtiges Ereignis, das die Kulturstellung Abessiniens noch bedeutend erhöhte, war die Einführung des Christentums. Die Abgeschlossenheit des Landes machte es möglich, den später vordringenden Islam abzuwehren, trägt aber auch die Schuld, daß die christliche Kultur Abessiniens nicht mehr voranschritt. Dieselbe erstarrte allmählich so völlig, daß sie wenig mehr als den Namen und äußere Formen mit der Kultur anderer christlicher Völker gemeinsam hat. (Näheres über abessinische Sitten s. Abschn. II 2 h.)
Mit den drei Vegetationsstufen, die wir S. 59 kennen lernten, wechselt auch das Bild des Anbaues. In der heißen, vorwiegend mit Wald bewachsenen Kolla treffen wir Baumwoll-