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Afrika.
5. Das Kongobecken.
a) Das Landschaftsbild.
Mit dem weithin schauenden Kamerun-Berge hatten wir den Endpunkt unserer westöstlichen Wanderung - erreicht und richten nun südwärts den Blick, um der Küste von Oberguinea zu folgen. Wir erinnern uns dabei der kühnen portugiesischen Seefahrer, die vor mehr als 400 Jahren längs dieser Küste den Seeweg nach Ostindien suchten. Diego Cäo oder Cam, ein Seeoffizier, war es, der auf einer solchen Expedition im Jahre 1484/85 die Mündung eines großen Stromes, des Kongo, entdeckte. Fast volle vierhundert Jahr dauerte es dann, bis uns über dessen Lauf nähere und zuverlässige Kunde durch Stanley gebracht wurde. Überraschend war die Kunde, die 1877 durch alle Welt ging. Man hörte von einem großen Strome, der an Wasserfülle den Nil weit übertrifft und zu den riesigsten Strömen der Erde gezählt werden muß. Auf dem Boden Afrikas, dessen Vorstellung so stark durch das Bild der Wüste beherrscht war, hatte man einen solchen Strom nicht vermutet. Nicht weniger überraschend kam die Kunde von dem ungeheuren Urwalde, der sich in dem Stromgebiete des Kongo ausbreitet. Ein mächtig flutender Strom und an seinen Ufern, sowie an den Ufern seiner ebenfalls riesigen Nebenflüsse ein ungeheures ürwaldgebiet: das sind die beiden Tatsachen, denen sich unser Denken hauptsächlich zuzuwenden hat, um sie zu ergründen und als heimatberechtigt auf afrikanischem Boden zu erkennen.
Die Entdeckung des großen Kongostromes bezw. die Feststellung seines Laufes durch Stanley.
Um ein anschauliches Bild des Kongostromes zu erhalten, wollen wir den Spuren seines Entdeckers folgen*). Stanley war vom Tanganjika, nachdem er festgestellt hatte, daß dieser, früher abflußlos, jetzt bei hohem Wasserstande seinen Wasserüberfluß durch den Luluga einem westlichen Stromsystem zuführt, in Njangwe am Luälaba**) angekommen. Zu seinen Füßen lag nun der große Strom, den schon Livingstone geschaut hatte, dem dieser aber schmerzerfüllt den Rücken kehren mußte. Wohin mochte er fließen? Zum Nil oder zum Kongo? Keiner konnte es ihm verraten. Also selbst schauen, dem Strome folgen bis zur Salzsee, zum Meere! Aber die Fahrt war weit, und große Gefahren warteten, wie die arabischen Sklavenjäger versicherten. Stanley wollte unternehmen, was noch keiner, selbst keiner von diesen mutigen, land- und leutekundigen Männern bisher gewagt hatte. „Der Strom fließt immer nach N", so erzählte ein Mann, der am weitesten, bis ins Waldland der Zwerge gekommen war. Er war also nicht der Kongo. Das Ziel der Reise schien völlig dunkel. Sollte er diesen Zug ins Ungewisse wählen oder in das Seengebiet Ostafrikas zurückkehren? So schwer fiel es dem Reisenden, einen- Entschluß
*) Es wurde mit Absicht die Reise Stanleys als Faden für die Darstellung gewählt, um ein Beispiel, wie große Entdeckungen gemacht werden, zu geben.
**) Nach den Erkundigungen Stanleys wäre der Luälaba der Hauptquell ström des Kongo, der diesem noch eine Strecke weit den Namen gebe. Man betrachtet aber jetzt meist den Luäpula als Hauptquellstrom.
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