Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1904) Die außereuropäischen Erdteile nebst den deutschen Kolonien
Entstehung
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Der Sudan.

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im Laufe des Schiffes erhöht die Gewißheit, und endlich ist kein Zweifel mehr möglich: stolze Berggestalten von riesiger Höhe, mit schwungvollen Um­rissen liegen vor uns. Die Berggestalten rücken auseinander, rechts gliedert sich ein stolzer Kegel ab, sodaß er zuletzt als Inselberg frei im Meere liegt; die links gelegenen, eigentlich eine mehrkuppige Berggruppe bildend, rücken ein wenig in den Hintergrund, und zwischen den beiden öffnet sich torartig das Meer. Der hohe Inselberg zur Rechten ist die portugiesische Insel Fernando Pöo, die noch höhere Gebirgsgruppe zur Linken das Kamerun -Gebir ge.

Sowohl die hochragende, im höchsten Pic bis 2850 m an­steigende Insel Fernando Pöo als auch das gewaltige Kamerun- Gebirge, dessen Sockel eine Fläche von 2000 qkm bedeckt, sind vulkanischen Ursprungs. Letzteres baut sich ganz aus Basalt auf. Der Hauptgipfel, der Große Kamerun-Berg, ist über 4000 m hoch. Der näher am Meere aufsteigende Kleine Kamerun-Berg 1 tritt ebenfalls als stattliche Bergform hervor, obschon seine Höhe nur 1770 m beträgt. Die Lage der genannten Höhen in der Re­ge necke von Kamerun, in der sich die Regenwolken eines weiten Meeresbeckens gleichsam, wenn man so sagen darf, zusammenballen, hat auf ihuen zusammen mit der tropischen Wärme die Entwick­lung eines überaus üppigen Pflanzenlebens begünstigt. Der Bergkegel der Insel Fernando Pöo prangt fast bis zur Spitze in einem üppigen Waldkleide, und der viel höhere Kamerun-Berg trägt bis zu zwei Drittel seiner Höhe stattliche Hochwälder, höher hinauf jedoch, weil dort der sehr durchlässige vulkanische Boden zu wenig Feuchtigkeit hält, nur Gebüschgruppen, mit denen Grasmatten wechseln. In der Regenzeit bleibt zuweilen .auch etwas Schnee an dem Bergriesen haften, Dann kann das Auge, mit dem Pal- mengürtel am Bergesfuße beginnend, bis zum weißschimmernden Gipfel, ähnlich wie bei dem noch höher in die Eisregion des Him­mels tauchenden Kilimandscharo, alle Klimazonen der Erde durch­eilen.

bj Das Kulturbild.

Auf der Karte lesen wir längs der Küste von Oberguinea Namen wie Sklaven-, Gold-, Zahn-d. h. Elfenbein- und Pfeffer­küste. Sie weisen darauf hin, daß der Handel an diesen Küsten­strecken schon in früherer Zeit wertvolle Schätze einzutauschen gewohnt war. Heute würden wir meistens andere Bezeichnungen wählen und vielleicht von einer öl-, Kautschuk-, Erdnuß-, Kaffeeküste u. s w. reden. Das Küstenland von Oberguinea und sein Hinterland ist von der Natur mit reichen Gaben ausgestattet, und in der Zukunft werden noch manche andere Erzeugnisse als die. welche heute im Vordergrunde stehen, eine hohe Bedeutung erlangen, da die Bevölkerung einer höhern Kultur und einer bessern Wirtschaftsweise im allgemeinen nicht so unzugänglich ist, wie andere Negerstämme es sind.

Um festzustellen, wie weit der wirtschaftliche Wert des großen Gebietes südlich von der Sahara bis zur Küste auf natürlichen Verhältnissen beruht, müssen wir vor allem den großen Einfluß,