Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1904) Die außereuropäischen Erdteile nebst den deutschen Kolonien
Entstehung
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Die Nilländer (ohne Abessinien).

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Die Hirsearten zeichnen sich durch eine ungeheure Ertragfähigkeit aus und sind, da sie tief wurzeln, im stände, nach dem ersten "Wachstum auch eine längere Dürre zu ertragen. Auf diesen Eigenschaften beruht ihre große Bedeutung, insbesondere für heiße Länder. Namentlich drei Hirsearten haben in Afrika große Verbreitung gefunden, die Mohrenhirse (Sorghum vulgare), von den Arabern Durrah genannt und die bedeutend kleineren Arten Duchn (Penicillaria spicata) und Eleusine (Eleusine cbracana). Von diesen ist die erstgenannte die wichtigste. Die Engländer nennen sie Guinea-Korn und eine Abart Brum- d h. Besen -Korn, weil die Rispenstengel der letztern zu Besen und Bürsten verarbeitet werden. Sie ist eine große, stattliche Pflanze, die in ihrer äußern Erscheinung viel Ähnlichkeit mit dem Mais hat. Auch die Art des Anbaues ist eine ähnliche.

Nach Baker, der in seinem BucheDie Nilzuflüsse in Abbesmien £C uen Anbau der wichtigen Getreideart anschaulich beschreibt, vollzieht sich die Bestellung der Felder in folgender Weise:Das allgemein übliche Werk­zeug ist dem holländischen Karst ähnlich. Mit diesem einfachen Werkzeug wird der Boden zwei Zoll tief aufgekratzt und der Durrahsamen in Reihen, die vier bis fünf Fuß von einander entfernt sind, gesteckt. Jedes Loch enthält zwei Körner und ist von dem nächsten in der Reihe drei Fuß entfernt. Wenige Tage nach dem ersten Gusse keimen die Pflanzen aus dem Boden hervor, und wenn sie sechs Zoll hoch sind, so eilt die ganze Bevölkerung mit Tagesanbruch auf die Durrahfelder, um zu jäten. Im Juli säet, im Februar und März erntet man. In der Gluthitze Nubiens sind mithin acht Monate für die Reife dieser Getreide­art erforderlich. In den ersten drei Monaten ist das Wachstum ein außer­ordentlich geschwindes und der Stengel erreicht die Höhe von sechs bis sieben Fuß. Wenn sie in dem reichen Boden des Takalandes zur Vollendung gediehen ist, so ist die Pflanze durchschnittlich zehn Fuß hoch, und der Umfang des Stengels beträgt etwa vier Zoll. Der Samen hat ungefähr die Größe des Hanf­samens. Die Ähre ist eine Feder, welche der des Zuckerrohrs sehr ähnlich ist. Die Blüte fällt ab, und die Feder wird ein Durrahkolben, der etwa zwei Pfund wiegt. Ich nahm mir die Mühe, die Körner zu zählen, die ein Kolben von der gewöhnlichen Größe enthielt und zählte 4848. Das Verfahren des Schneidens und Dreschens ist merkwürdig einfach, da man die Kolben eiufach vom Stroh trennt, in Haufen ausschüttet und die Körner herausklopft. Das trockene Stroh ersetzt beim Bau der Mauern der Dorf hütte unser Flechtwerk und wird, mit Lehm und Kuhdünger bekleidet."

4. Der Sudan.

a) Das Landscliaftsbild.

Nach S geht die Sahara allmählich in Steppengebiete über. Die Steppe aber bildet wieder den Übergang zn Ländern mit einem reichen Pflanzenleben, in denen das Gras mehrere Meter hoch aus dem besser getränkten Boden emporschießt, wo Bäume und Sträucher sich schmückend in das Grasland mischen, so daß das abwechslungsreiche Bild der Savanne entsteht, oder wo der Baum wuchs so üppig sich entfaltet hat, daß. er zusammen mit einem dicht verschlungenen Unterholz den kaum zu durchdringen­den, schattendunkeln Urwald bildet. Wie wechseln also auf afrikanischem Boden die Landschaftsbilder für den, der aus dem Wüstenlande der Sahara nach S reist, entweder zum westlichen Sudan, wo der Niger ström seinen großen Bogen zieht, oder weiter östlich, mehr im Innern des Erdteils, durch die Sumpf-