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Geschichte der deutschen Kolonialpolitik / von Alfred Zimmermann
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18871890.

Dr. Herzog und v. Hofmann, Bankier v. der Heydt-Elberfeld, Geh. Kommerzienrat Langen-Köln, Direktor Lucas, Dr. Schröder- Poggelow, I. Thorinählen-Hainburg, A. Woermann-Hamburg, Vizekonsul a. D. Weber-Berlin. Fürst Hohenlohe-Langenburg und Konsul Vohsen sollten den Kolonialverein vertreten. Ehren­domherr Dr. Hesvers-Köln und Staatssekretär a. D. v. Jacobi waren ausersehen, den Standpunkt der Missionen wahrzunehmen. Den der Allgemeinheit sollten zum Ausdruck bringen: Staats­sekretär Kraetke, Graf Joachim Pfeil und Rechtsanwalt Dr. Scharlach-Hamburg. Am 1. Juni 1891 ist die neue Körperschaft zur ersten Tagung zusammengetreten.

Mit Recht hat Geheimrat Kayser die Eröffnung des Kolo­nialrates als einen wichtigen Gedenktag in der Entwicklungs­geschichte der Schutzgebiete bezeichnet und darauf hingewiesen, daß seine Tätigkeiteine gewisse Festigung unserer Kolonien nach außen und nach innen zur Voraussetzung" gehabt habe.

4. Auseinandersetzung mit der Ostafrikanischen Gesellschaft.

Wenn Ostafrika schon früher infolge der unausgesetzten ge­schickten Bemühungen der dafür interessierten Persönlichkeiten im Vordergrunde des kolonialen Interesses gestanden, wurde es nach den Ereignissen der Jahre 1389 und 1890 zunächst überhaupt der Mittelpunkt der Kolonialpolitik. Regelung seiner verwickelten Verhältnisse war die erste und wichtigste Aufgabe des Leiters der neuen Kolonialabteilung. Es handelte sich darum, zunächst einmal der aufständischen Bewegung, die immer noch gelegentlich hier und da aufflackerte, ein volles Ende zu bereiten und dann eine ge­regelte Verwaltung in dem neu erworbenen Küstengebiete wie in dem bisher der Ostafrikanischen Gesellschaft gehörigen Innern einzuführen. Vorbedingung hierfür war die Entscheidung, ob man die vom Reich erworbene Küste der Gesellschaft überlassen und ihr auch fernerhin die Negierung Ostafrikas anvertrauen wollte.

An sich hätte das allein den Grundlinien der bisherigen Kolonialpolitik entsprochen, und ein solcher Schritt hat wohl auch noch Fürst Bismarck nach seinen letzten Äußerungen im Reichs-