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Geschichte der deutschen Kolonialpolitik / von Alfred Zimmermann
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5. Erwerb Deutsch-Ostafrikas.

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Neu-Euinea-Komvagnie dazu ebensowenig in der Lage sein. Die Erfahrung mit Farell beweise es ja, denn der Vritannia-Archipel gehöre zu ihrem Vereich. Sie hätten in dem ganzen ungeheuren Gebiet noch nicht einen Schutzmann. Trotzdem blieb Fürst Vis- marck bei seiner Ansicht und schloß damit, daß die Kaufleute alle diese Gefahren selbst laufen müßten.

Da anderseits die deutschen Firmen auch nicht nachgaben, blieb die Verwaltung der Marshall-, Brown- und Providence-In­seln, zu denen 1883 noch Pleasant Island kam, zunächst einige Jahre hindurch in den Händen eines machtlosen Kaiserlichen Kom­missars. Erst als die dort tätigen deutschen Firmen sich zu einer Ialuit-Gesellschaft zusammengeschlossen hatten, kam mit dieser am 21. Januar 1838 ein Vertrag zustande. Danach übernahm diese Gesellschaft die Kosten der Verwaltung des Schutzgebietes. Sie verpflichtete sich, die erforderlichen Summen durch Besteuerung der Eingeborenen und Gebühren verschiedener Art aufzubringen.

Die Handhabung der Verwaltung selbst wurde in den Händen des auf ihre Kosten unterhaltenen Kaiserlichen Kommissars gelassen.

5. Erwerb Deutsch-Ostafrikas.

Auf Ostafrika hatte, wie erwähnt, zuerst der Forschungs- reisende Klaus v. der Decken seine Blicke geworfen. Die über­lebenden Mitglieder seines Zuges, Dr. R. Brenner und Dr. Otto Kersten hatten, wie erwähnt, wiederholt versucht, für Wieder­aufnahme seiner Pläne Stimmung in Deutschland zu machen, doch ohne Erfolg. Aber Dr. Kersten hielt trotz aller Enttäuschungen an dem Gedanken fest. Auf seinen Rat begab sich der Ingenieur Clemens Denhardt, dem sich später sein Bruder Gustav und ein Arzt Dr. Fischet anschlössen, 1879 ins Gebiet von Witu und erforschte den Lauf des Tanaflusses. Inzwischen trat Kerstens Freund E. v. Weber im Zentralverein für Handelsgeographie 1379 lebhaft für Erwerbung des Iuba-Tanalandes ein, und auch G. Rohlfs empfahl Unternehmungen in jenem Teile Afrikas. Nach der Rückkehr der Brüder Denhardt bemühten sie sich vereint mit Dr. Kersten, Leute in Deutschland für ein wirtschaftliches Unter­nehmen in jenen Gebieten zu finden. Als diese Schritte umsonst

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