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I. Portugal,
Literatur:
Chagas, Os Portuguezes na Africa, Asia, America e Oceania. Lisboa, 1890, - 7 Bande.
Colleccäo de monumentos ineditos para a historia das conquistas dos Portuguezes em Africa, Asia, America. Lisboa, 1858—84. 10 Bde.
Watson, Spanish and Portugese South America during the colonial period. London 1884. 2 Bde.
Varnhagen, Historia geral do Brazü. Rio de Janeirc, 1854—57. 2 Bde.
Macedo, Historia do Brazü. Rio 1890.
Wappäus, Untersuchungen über die geographischen Entdeckungen der Portugiesen unter Heinrich dem Seefahrer. I. Teil. Göttingen 1842.
Wappäus, Handbuch der Geographie und Statistik des Kaiserreichs Brasilien. Leipzig 1871.
Gaffarel, Histoire du Bresil francais. Paris 1878.
Henry Lange, Süd-Brasilien. Leipzig 1886.
Export, Organ des Zentralvereins für Handelsgeographie. Berlin. XXIV. Jahrgang.
Zimmermann, Die Kolonialpolitik Spaniens und Portugals. Berlin 1896. Funke, Rio Grande do Sul. Halle 1902.
Mit vollem Recht hat man die Portugiesen als die Väter aller modernen Kolonialpolitik bezeichnet, denn sie zuerst haben das Geheimnis, welches Jahrtausende lang über fast ganz Afrika und Asien, Amerika und Australien lagerte, enthüllt und den Seemächten Europas den Weg zu neuer politischer, kommerzieller und kultureller Tätigkeit gezeigt, sie nahmen die längstvergessene Erbschaft der Phönizier wieder auf.
Seit den Tagen der Karthager und Tyrier hatte man keine Vorstellung mehr von dem atlantischen Gestade Nordwestafrikas, selbst zu den westeuropäischen Häfen wagten sich die Mittelmeerfahrer lange Zeit hindurch nicht durch die Säulen des Herkules. Erst Genuesen des 14. Jahrhunderts erwiesen die ungeheuerlichen Vorstellungen, welche die europäischen Seefahrer beherrschten, als Ausgeburten der Phantasie. Sie entdeckten die „glücklichen Inseln", die Kanarengruppe. Bald folgten Portugiesen und Spanier den Genuesen. Die Azoren und Madeira, kaum entdeckt, wurden bald zum Gegenstand von Besitzstreitigkeiten. Anfangs des 15. Jahrhunderts versuchte der Normanne Bethencourt die Kolonisation dieser Insel, welche zwar scheiterte, aber die Ansiedler erhielten dort zum ersten Male Nachrichten von dem Goldlande Senegambien, der Guineaküste