330
Ecuador, Deutsches Kapital — Peru. Handel mit Deutschland.
9 Millionen Mark Kapital. Auch mehrere Plantagen mit Kaffee, Zuckerrohr, Baumwolle, Kakao, Reis und Mais, deren Wert eine Million Mark betragen dürfte, befinden sich in deutschen Händen.') Außerdem sind angeblich 3 Millionen Mark Kapital und 6 Millionen Mark Kredite deutscher Herkunft in Ecuador angelegt; doch überwiegt bei weitem das englische Kapital. Einige deutsche Bierbrauereien und Schneidereien sind etwa 100 000 Mk. wert und werfen einen jährlichen Gewinn von durchfchuittlich 30°/o ab.
Deutsche Schulen gibt es nicht. Die Kinder werden, zumal die Deutschen vielfach mit Ecuadorianerinnen verheiratet sind, in der Regel zunächst in die Vorbereituugsschulen des Landes geschickt, und erst später, wenn es die Mittel der Eltern erlauben, auf einige Zeit nach Deutschland gebracht. ^)
Deutsche Konsulate.
Guayaquil, Konsul, die Provinz Guayas. Ressort: Manta, Konsular- Agent. — Quito, Konsul, die Provinz Pichincha.
V. Mru.
(Wintzer, a. a. O. S. 63ff. — Sievers, a. a. O- S- 81—84.)
Peru war früher wegen seiner enormen Silberausfuhr nach Spanien das wichtigste aller südamerikanischen Länder; sein Reichtum an Silber, Gold, Quecksilber, Kupfer und Eisen ist auch heute noch unermeßlich. Aber seit langem ist der Bergbau nicht nur nicht fortgeschritten, fondern sogar zurückgegangen, da es den Erzlagern im Innern an der Verbindung mit der Küste sehlt und die bestehenden Eisenbahnen bei weitem nicht ausreichen, so daß die Ausbeute zahl- zeicher Minen eingestellt werden mußte. So kommt es, daß in der Ausfuhrliste dieses typischen Bergbaulandes Zucker und Baumwolle zusammen sast die gleiche numerische Bedeutung haben wie die Erze.
Im Außenhandel behauptet Großbritannien die erste Stelle, ebenso wie seine .Kapitalanlagen die bedeutendsten sind. Deutschland nahm nach der Statistik des Jahres 1904 in der Einsuhr des Landes mit 12,4 Millionen Mark den dritten, in der Ausfuhr mit 8,7 Millionen Mark den vierten Platz ein. Seine Beteiligung hielt sich von 1894 bis 1899 mit durchschnittlich 10 bis 11 Millionen Mark im allgemeinen auf derselben Höhe, stieg dann aber im Jahre 1900 auf 16,9 Millionen, um wiederum für die nächsten Jahre konstant zu bleiben, während im Jahre 1904 von neuem eine erhebliche Steigerung erfolgte. Hauptfächlich empfängt Deutschland aus Peru: Erze, Guano, Gummi, Baumwolle, Häute und Kaffee; es exportiert jedoch erheblich mehr als es importiert, und zwar liefert es namentlich Eisen- und Baumwollwaren, aber auch Wollen-, Kupfer- und Kurzwaren, Drogen, Chemikalien, Maschinen und sogar emtge Lebensmittel.
Die Abweichungen in der peruanischen Statistik") sind nicht besonders erheblich; nach dieser wurden im Jahre 1902 aus Deutschland importiert sür rund 10,3 Millionen Mark, dorthin exportiert sür rund 6,05 Millionen Mark.
^ . Die m Hamburg domizilierte „Deutsche Ecuador-Kakao-Plantagen- und Export- Gesellschaft, A.-G." (Kapital: 2 Millionen Mark), besitzt 5 Plantagen in der Provinz - Provinz del Guayas, eine in del Oro und 4 in Manabi; die
ebenfalls m Hamburg ansässige, 1Ä'8 gegründete „Plantagen-Gesellschaft Clementina, A.-G." (Kapital: 1> Millionen Mark), betreibt zwei Kakao-Plantagen.
') Vgl, I. P. Müller, Deutsche Schulen im Auslande, S. 334.
3) Vgl. 'I'Iu' ^osr-LooK 1904, 979,