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Der Krieg in Deutsch-Südwestafrika 1904 - 1906 / von K. Schwabe
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Die Pferde.

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nahmslos den Zuchten der l^apkolonie, des Transvaals und vor allem des besonders pferdereichen Oranje-Freistaats. In der I^apkolonie hatte man bereits im 17. Jahrhundert die Pferdezucht begonnen. Später war vielerlei zur Verbesserung der Sasse geschehen - in erster Linie durch die Einführung edler englischer Pferde, aber das gemeine südafrikanische Gebrauchspferd, der Landklepper, gehört doch der alten, nunmehr über zweihundert Jahre alten Nasse an. Es ist dies ein kleiner, genügsamer, harter Schlag von wenig ansprechendem Lleutzeren. Der dicke, schwere I^opf und kurze, wenig biegsame löals, der oft auffallend lange und Senkrücken geben dem Hier einen Llusdruck von Schwäche, der aber durch seine große Leistungsfähig­keit voll widerlegt wird. Dabei nennt der südafrikanische Klepper alle Tugenden und §ehler des XVeidepferdes sein eigen. Seine Sinnesorgane sind auf das feinste ausgebildet, er ist meist fromm und zutraulich, dabei aber oft lächerlich bodenscheu. Sehnen und löute sind hart und widerstands­fähig, was sich durch den steinigen Soden zur Genüge erklärt. Schon als §ohlen mutz sich derSüdafrikaner" mühsam seine Gräser auf den mit Geröll bedeckten Serghängen zusammensuchen. Stallpflege wird ihm ebenso selten zu teil wie Kraftfutter.

Die Zufuhren aus der I^apkolonie waren bereits in den kriegen der Eingeborenen untereinander wie später alljährlich bedeutende, da die Unsicher­heit im Lande eine rationelle, erfolgreiche Züchtung nicht aufkommen lietz. Oft trieben kapkoloniale und §reistaat-Suren löerden von mehreren hundert Pferden aus dem Süden herauf bis Sehoboth und XVindhuk, wo sie von pnkaufskommissionen der Schutztruppe und privaten erworben wurden. Die Sastarde von Sehoboth sind als passionierte und geschickte Pferdezüchter und Seiter bekannt, die löottentotten zwar leichte und leistungsfähige Seiter, aber ebenso wie die schlecht reitenden löerero unmenschlich roh und grausam in der Behandlung der Eiere.

Der pufstcmd der lZondelzwarts.

Eief im Südosten des Schutzgebiets von den Eifern des Oranjeflusses bis zu den kleinen und Großen l^arasbergen dehnt sich ein weites, steiniges Sochland aus, das kurz nach der Einwanderung der Orlam - Sottentotten

krieg 1904-1906.

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