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Wissenschaftliche Ergebnisse meiner ethnographischen Forschungsreise in den Südosten Deutsch-Ostafrikas ; mit 63 Bildertafeln, 1 Karte und einer Beilabge in Faarbendruck / von Karl Weule
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Ningedji, was gibst Du mir? Linyongonyo, der Schwächling, der keine Kräfte hat.

Cholola, guckt gern zu, sagt aber nichts. Nyopa, strebt an, daß die anderen ihn fürchten.

2. Mädchen- und Frauen-Namen:

Pesambiri. Bedeutung: früher stand ich hoch (in der Wertschätzung der Männer), jetzt aber bin ich nichts oder doch nur noch 2 Pesa wert; ich bin alt geworden.

Mhitu. Bedeutung etwa: wir gehen durch den ganzen Wald. Wir sind hier gewesen, und viele sind gestorben; wir sind weiter gezogen, und viele sind gestorben. So ziehen wir weiter.

Nangamana. Ich habe nichts zu bedeuten; wenn ich was sage, hört kein Mensch drauf.

Mtudikaye. Gibt jedem Durchreisenden zu essen; die Gastfreie.

Akalingene, von nangalingano, ich bin den anderen Mädchen nicht gleich, d. h. ich bin viel kräftiger und runder, d. h. schöner als die anderen.

Aluenenge. Bedeutung etwa:Er" tut groß, in­dem er noch ein zweites Weib genommen hat, aber er wird dort nicht bleiben, sondern bei mir allein. Die Selbstbewußte.

Nantupuli. Sie läuft herum, bekommt aber nichts, weder einen Mann, noch sonst etwas.

Hapukana.Schert Euch auseinander" (sagt ein Dritter zu einem sich streitenden Ehepaar).

Wanukujoha.Menschen sind gefährlich" (sagt eine Frau zu miteinander streitenden Kindern). Be­deutung: Laßt von einander ab, Ihr könnt sonst aneinandergeraten und Euch gegenseitig umbringen.

Atupimiri.Er" ist nur gekommen, um mich zu messen, d. h. zu sehen, ob ich gut oder schlecht bin. Das bezieht sich auf einen Ehemann, der immer wegläuft, aber von Zeit zu Zeit wiederkehrt.

Achinaga. Ich habe es schlecht; mein Mann ist stets krank und kann nicht arbeiten. Von kulaga, schlecht haben.

Nyambowau. Sie folgt stets dem eigenen Sinn, hört nicht auf andere.

Nadiwasa. Man kann nichts geben auf das, was sie sagt.

Alitengiri von tengere, versperren. Zu Hause stirbt fortwährend jemand, so daß nun die Schamben zur Arbeit versperrt sind.

Ngukimachi. Ich habe keinen Anlaß, meinen Mann zu betrügen, da er mich so gut behandelt.

Natulimuha. Früher habe ich meinem Mann stets erzählt, wenn mich ein anderer Mann besucht hat. Da er aber immer wütend wird, laß ich das Er­

zählen jetzt und schweige; bin klug geworden (tulimuha).

Antendiwake, der Mann hat eine Frau geheiratet, läßt sie aber alles allein arbeiten (kutendewake).Ich bin aber Dein Sklave nicht, ich will nicht mehr."

Tod und Begräbnis.

Ist ein Makua-G roßer gestorben, so wird das Grab unmittelbar vor der Tür seines Hauses aus­gehoben ; es ist rechteckig wie unsere Gräber und auch ebenso, nämlich 2 Meter, tief. Unmittelbar nach dem Ableben werden viele Schüsse abgefeuert. Als Zweck dieses Schießens wurde mir angegeben, es sei Beweis der Trauer; in Wirklichkeit wird es eine abwehrende Bedeutung haben, indem es, wie fast überall auf der Erde, die Seele des Verstorbenen an der Rück­kehr hindern soll.

Zur Beisetzung wird der Verstorbene entweder schon am Tage seines Todes oder aber spätestens am nächsten an das Grab getragen; er liegt dabei auf seiner Kitanda, der bekannten Bettstelle Ostafrikas, in seiner gewöhnlichen Kleidung. Dem Grabe selbst fehlt bei den Makua die schmale Vertiefung am Boden, die wir bei den Jao kennen gelernt haben; es gleicht vielmehr ganz dem unsrigen. Sein Boden wird nun mit einer Matte ausgelegt; dann steigen zwei Männer hinein; einer steht zu Häupten, der andere zu Füßen. Man reicht ihnen den Toten hinunter; sie legen ihn hin, den Kopf nach Westen, das Gesicht nach oben gekehrt. Als Grund gab man mir an: Wir sind von Westen, vom Innern her, gekommen und wir gehen nach Osten, nach der Küste zu. In der Tat stimmt das; würde der" Tote sich aufrichten, so hätte er die Front zur Küste.

Der Reiche bekommt allerlei Beigaben mit, vor allem sein Gewehr, dann aber möglichst viel Zeug. Was der Tote damit im Jenseits machen soll, weiß man heute nicht mehr; mir gab man als Zweck dieser Beigaben an, es sei nicht gut, wenn die Hinter­bliebenen alles für sich behielten.

Ist die Leiche auf den Boden des Grabes nieder­gelegt, so wird sie dicht mit Holz- und Bambus­stäben quer überdeckt; man legt diese Stäbe etwas schräg, so daß das eine Ende tiefer liegt als das andere; damit entsteht eine Art Dach. Die Ähnlich­keit mit einem solchen wird noch dadurch vermehrt, daß man auf die Stabdecke eine Graslage schichtet. Ist die letzte Behausung des Verblichenen fertig, so steigt zunächst der zu den Füßen des Toten Stehende aus dem Grabe heraus, dann folgt der andere nach. Der kauert sich oben hin und schlägt mit seinen Ellbogen Erde in das Grab. Über die Bedeutung dieser merkwürdigen Manipulation habe ich nichts erfahren können. Darauf werfen alle das Grab