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sind, einen Haufen menschlicher Fäkalien zu finden. Den räumen sie weg und suchen unter ihm eine Wurzel. Diese ist die gesuchte Medizin. „Du bist glatt (aus dem anus) herausgegangen, folglich wird auch die Nachgeburt glatt herausgehen," sagen sie bei ihrem Anblick. Wenn aber nachher die Wurzel auf einem Steine zerrieben wird, so beten sie:
Choonde, Choonde, lihume ligunguhi cha-
humi mavi.
Diesem Kimakondegebet entspricht übrigens aufs genaueste ein anderes in Kijao:
Choonde, choonde, mlungu, wandu paneaga chooni neatiaside chitema nombeaga liwele- chero itendeyoyo pakutioka.
Beide Gebete nehmen zunächst Bezug auf das glatte Herauskommen der Faeces aus dem menschlichen Körper und bitten dann Gott (wenigstens das Kijaogebet), er möge doch nun auch der Nachgeburt (liwelechero) ein gleich glattes Herauskommen gewähren.
Die Geburten gehen bei den Makonde meist schnell und leicht vor sich; sollte das nicht der Fall sein, so hilft man mit Medizinen nach. Die Nachgeburt wird unter allen Umständen vergraben; sie darf von. keinem Mann gesehen werden. Die Männer sind nämlich, wie wir es schon von den Jao her wissen, außerordentlich erpicht auf diese Dinge, sind sie doch die wirksamsten Medizinen für Jagd und Krieg.
Mutter und Kind bleiben in der Hütte, bis der Nabel abgetrocknet ist; dann wird das Kind an die Luft gebracht, nachdem es rasiert worden ist; die Frau aber darf von jetzt ab wieder arbeiten.
Der junge Vater muß sich auch bei den Makonde von der Geburtshütte fernhalten; man bringt ihm sein Essen wo anders hin. Er freut sich sehr, versteigt sich aber nur bei der Geburt des Stammhalters zu einem Geschenk an die weisen Frauen.
Zwillinge sollen bei den Makonde selten sein; sie werden auch nicht gern gesehen, sondern gelten als etwas Schreckliches. Hat eine Frau einmal Zwillinge gehabt, so sucht sie sich durch besondere Medizinen, für deren Herstellung es ebenfalls Spezialisten gibt, vor einem zweiten Vorkommnis zu sichern. Tritt dieses dennoch ein, so geht man gleichwohl nicht so weit, die Kinder zu töten; sie bleiben am Leben und werden, wie bei den Jao, stets ganz gleich gekleidet, bis sie erwachsen sind. Ungleiches Zeug wäre ein Zeichen der Zurücksetzung für den einen.
Mißgeburten werden nicht so glattweg erdrosselt wie bei den Jao, aber man quält sie durch mangelnde und ungenügende Pflege allmählich zu Tode. Dann vergräbt man sie in der Erde.
Personennamen.
Die Namengebung erfolgt bei den Makua, Makonde und Matambwe in ungefähr derselben Weise wie bei den Jao. Zu der Erteilung des ersten Namens ist schließlich jeder berechtigt, doch zieht man zu diesem Zweck alte Männer oder alte Frauen vor. Die Namengebung geschieht nach der einen mir gegebenen Version sehr bald nach der Geburt, indem der Pate sagt: „Ich will dem Kinde meinen Namen geben"; doch werden diese Namen erst angewandt, wenn das Kind anfängt sich aufzurichten. Nach der andern Version erfolgt die Namengebung überhaupt erst, wenn das Kind sitzen kann. Eine Ablehnung des Paten bzw. des vorgeschlagenen Namens wird nicht gern gesehen. Dieser erste Name hat Geltung bis zum Unyago; dann sucht man den alten Paten wieder auf, der nun dem Jungen bzw. dem Mädchen einen neuen Namen gibt. Bei dieser Um- benennung scheint das Ablehnungsrecht erheblich erweitert zu sein; der Betroffene braucht den Namen nicht anzunehmen, ja er kann sich sogar selbst neu benennen. Ausgenommen sind historische Namen, die man von einem angesehenen Verwandten ererbt und überkommen hat.
Die folgende Liste bringt eine Auswahl von Makua- und Mako nde-Personenn amen; sie gehören samt und sonders der zweiten Kategorie an, d. h. sie sind erst nach dem Unyago erteilt und in Aufnahme gekommen.
Makua-Namen:
Chimlipa, Männername. Angebliche Bedeutung: er geht nur am Tage spazieren.
Kunanyupu, Herr Gnu. Der alte Herr hat nach seiner eigenen Aussage in seiner Jugendzeit viele Gnu erlegt; daher sein Name.
Mitaba, Männername. Er bleibt stets auf einer Stelle; der Seßhafte.
Kawandika (eigentlich ein Jao-Name, den der Träger übernommen hat). Bedeutung etwa: hält sich fern von allem; er läßt die Hand davon.
M a k o n d e - N a m e n : 1. Männer:
Kumidachi, „bist viel zu dreist". Nyarapata, er arbeitet ungern, lebt dafür lieber dem Vergnügen.
Nantiaka, der Flatterhafte. Dambwala, der Faule.
Ntindinganya, ein Spaßvogel, der anderen in die Schuhe schiebt, was er selber angerichtet hat.
Nungumeta, Gott, laß es blitzen (daß schnell Regen kommt).
Madriga, der Betrübte.
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