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Wissenschaftliche Ergebnisse meiner ethnographischen Forschungsreise in den Südosten Deutsch-Ostafrikas ; mit 63 Bildertafeln, 1 Karte und einer Beilabge in Faarbendruck / von Karl Weule
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Makondejumbe Mponda, diese Gesetze für sein Volk näher präzisiert.

Die Stammeseinteilung.

Über die innere Aufteilung der Jao konnte ich zunächst nichts erfahren; erst später auf dem Makondeplateau ersah ich, daß sowohl bei den Ma­konde wie auch bei den Makua eine sehr weitgehende Gliederung beider Völkerschaften in Sippen oder Clans vorhanden ist. Diese gewonnene Kenntnis hat mich dann in den Stand gesetzt, die betreffenden Nachforschungen auch bei den Jao erfolgreich nach­zuholen und wenigstens noch einige Reste dieser anscheinend ebenfalls rasch verschwindenden Ein­richtung festzustellen. Die großen Unterabteilungen der Jao stehen seit langer Zeit fest und waren auch mir bekannt, trotzdem ich infolge meiner unfrei­willigen Zieländerung für den Südosten Deutsch-Ost­afrikas wissenschaftlich nicht so gut vorbereitet war wie für das abflußlose Gebiet im Norden des Schutz­gebietes. Diese Hauptzweige sind die folgenden:

1. Die Amakale in der Region der Rowuma- quellen.

2. Die Wamwembe (meist Achinamataka ge­nannt) bei Mataka zwischen dem Rowuma und dem Ludjende; die größte Abteilung.

3. Die Ämassaninga (Massaninga) um das Süd­ende des Njassa herum.

4. Die Amachinga (oder Achinamakanjila) am oberen Ludjende.

5. Die Mangoche in der Nachbarschaft von Blantyre.

Von diesen Untergruppen mögen heute wohl die meisten mehr oder minder zahlreiche Vertreter auf deutschem Gebiet haben, wenngleich natürlicher­weise die Mangoche aus räumlichen Gründen stark zurücktreten, vielleicht gar ausscheiden werden. Über die Zugehörigkeit zu den einzelnen dieser großen Gruppen bestand auch unter den jüngeren Jao im allgemeinen kein Zweifel; nur in besonderen Fällen konnte es vorkommen, daß zwei Männer sich über ihre Zugehörigkeit zu den Gruppen stritten. Wenig oder gar nicht bekannt schien hingegen bei der Jugend die weitere Einteilung in Makosyo zu sein. Lukosyo, PI. Makosyo, ist der Kijao-Ausdruck für die Sippe, den Clan oder wie man die Einheit sonst nennen will; sie ist die typisch exogamische Abscheidung innerhalb der Gesamtvölkerschaft, wie wir sie auch bei so vielen anderen Naturvölkern wiederfinden. Nach derselben Analogie verbindet sie mit der Exo- gamie dann auch das Mutterrecht. Für mich fragte es sich nunmehr, ob sie auch obendrein noch totemistischer Natur war oder doch wenigstens noch

Anklänge an diese menschheitsgeschichtlich alte Ein­richtung zeigte.

Während meiner ganzen Forschungsreise habe ich, soweit es sich ermöglichen ließ, ganz konsequent nicht nur den Namen jedes Eingebornen, der mit mir in engere Berührung trat, aufgeschrieben, sondern ich habe auch versucht, die Bedeutung dieser Namen herauszubekommen; eine Auswahl von ihnen soll in diesem Bericht abgedruckt werden. Von mindestens ebensogroßem völkerpsychologischen In­teresse wie diese Einzelnamen mußten unter allen Umständen aber auch die Namen der Makosyo sein; auch bei ihnen habe ich, soweit es sich irgend er­möglichen ließ, die etymologische Bedeutung zu er­forschen gesucht. Heute kann ich feststellen, daß von einem wirklichen, lebenden Tote m i s m u s in jenem Gebiet nicht mehr die Rede sein kann, ja, daß sogar auch jede bewußte Erinnerung an mythisch-gene­tische Zusammenhänge mit der Tier- und Pflanzen­welt des Landes fehlt. Aber ebenso unleugbar steht fest, daß doch mancher dieser Sippennamen eine überraschende Ähnlichkeit mit anerkannt tote- mistischen Sippenbenennungen anderer Erdgegenden aufweist, weniger vielleicht bei den Jao, bei denen ich nur eine geringe Anzahl solcher Namen feststellen konnte, als bei den Makua und Makonde, die ganz offenkundig auch in dieser Richtung noch viel un­berührter und urwüchsiger geblieben sind als ihre fortschrittlichen Nachbarn in der großen Rowuma- ebene. Den Hauptteil der hierher gehörigen An­gaben habe ich vom Häuptling Susa; sie sind vom schwarzen Prediger Daudi von Tschingulungulu kontrolliert und können damit wohl ein gewisses Maß von Zuverlässigkeit beanspruchen. Eine größere Vorsicht ist dem andern Teil gegenüber geboten, den ich einem gewissen Masanyara, einem Alaponi- Makua aus der weitern Umgebung von Newala, ver­danke. Er hat mir die eine oder andere Sippe als Jao bezeichnet, die nach Daudi zu den Makua ge­hörte; andere Sippen wieder hat er lediglich als eine Mischung von Jao und Makua hingestellt, während sie nach anderen Gewährsleuten noch ein drittes Element, nämlich Makonde, enthalten sollen. Falsch brauchen Masanyaras Angaben deshalb noch lange nicht zu sein, denn in Wirklichkeit wird bei der jahrzehntelangen, innigen Durchdringung aller dieser Völkerschaften ein weitgehendes Konnubium unaus­bleiblich gewesen sein. Den besten Beleg hierfür bildet die Erscheinung, daß der heranwachsenden Jugend von heute diese alte, scharfe, innere und äußere Stammesaufteilung nicht im mindesten mehr geläufig ist.

Nicht bei allen Namen waren meine Gewährs­männer imstande, die Wohnsitze der Einzelsippen

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