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Stammbaum der Familie, den ich dem alten Mparawalingwa verdanke, hat Matola II. keine Schwester und infolgedessen auch keinen erbberechtigten Neffen; daher hier wohl der Übergang auf den Enkel der ältesten Tante Matolas IL, der ältesten Schwester Matolas I. Chembonachi. In anderen Fällen, z. B. bei der Feststellung des Stammbaumes Susas, auch bei dem eines kleinen Makondehäuptlings Mponda, war
das Neffenrecht durch mehrere Generationen rein und klar durchgeführt; hier bei der ungeheuer weitverzweigten Matolaschen Sippe war es nicht ganz leicht, in die verschlungenen Fäden der Verwandtschaft Einblick zu gewinnen. Zur nähern Erläuterung des Gesagten setze ich den Stammbaum der Dynastie, den ich der mühsamen Denkarbeit des alten Mparawalingwa verdanke, hierher:
cfChembusi CChemere
Vator
Mutter
Q Akwigambe
3. Kind
cf Nantussi
Gemahl
; i i i -4 i
£ Chembonachi cf Matola I cf Akulukuloma c? Chcmlajirc Q £ 2 Mädchen cf Mtarika
1. Kind 4. Kind f 1894 2. Kind 5. Kind 6. und 7. Kind 8. Kind
III
Matola II cfNaungo cf Andrea seit 1894
£ Akulaiti f
1. Frau
cf Barasiau f
I I CAchiwangue QAkwitende kanya
2. Frau 3. Frau
Lobt heuto in Matolas II. Haus.
Q Akwilani
4. Frau
Q Chewinape
5. Frau
1 Kind
klein f
cf Akundemera f
Gemahl
¥ I
cf Mparawalingwa £ Chembrasiao
ihr Gemahl
> Y
Q Claudio Matola
17- 18 Jahre
Die Schicksale dieser Dynastie sind ebenso wechselvoll wie die aller Jaogruppen längs des Ro- wuma überhaupt. Den größten Teil des 19. Jahrhunderts hindurch bestehen sie in einem unaufhörlichen Verlegen der Wohnsitze von einer Gegend in die andere; bald sitzen Herrscher und Hörige unten in der Ebene an irgend einem Nebenfluß des Ro- wuma, bald flüchten sie vor den räuberischen Wan- goni auf die Hochfläche des Makondeplateaus hinauf; und sogar hier oben wechselt die Residenz zwischen
cf Thithiro
Lehrer auf Pemba
cf Cherubin cf Bartholomeo
Missionar Lehrer in Kavirondo auf Pomha
I I
cfCheluka cfNderama cfNyime
der Küste im Osten und Newala im Westen. Selbst nach dem endgültigen Abstieg vom Makondehochland hinunter in die Ebene, also seit reichlich einem Jahrzehnt, hat noch eine völlige Verlegung der Residenz stattgefunden; Tschingulungulu liegt nicht dort, wo auf dem Blatt G 6 der Karte von Deutsch-Ostafrika vom Oktober 1901 ,,Matoras" angegeben steht, sondern das Tschingulungulu von heute ist nach den mir gemachten Mitteilungen erst vor wenigen Jahren erstanden.
Aufenthalt in Tschingulungulu. Die Wajao.
Mein Arbeitsprogramm gestattete in dem unberührtem Völkergebiet unten in der Nähe des Rowuma eine weit planmäßigere Durchführung als in dem zugänglicheren und auch mehr begangenen Massassi. Über den stofflichen Kulturbesitz der Ein- gebornen habe ich mich auch hier durch die schon in Massassi begonnenen kleinen Rundmärsche zu unterrichten gesucht; den geistigen suchte ich zu ergründen durch die Heranziehung erfahrener, meist älterer Männer und Frauen, die ich systematisch oder in gelegentlichen Unterhaltungen ausfragte. Ausge
zeichnete Dienste hat mir dabei die Sprach- und Landeskenntnis meines Begleiters Knudsen geleistet, der Jahre lang in völliger Einsamkeit auf dem wenige Stunden südwestlich von Tschingulungulu gelegenen Bergbaufeld Luisenfelde gelebt hatte und sozusagen fast ganz im Volkstum und in der Denkweise seiner schwarzen Nachbarschaft aufgegangen war. Ich habe keinen Augenblick gezögert, sein Verhältnis zu meiner Expedition zu einem recht engen zu gestalten und ihn offiziell in meine Dienste zu nehmen, nachdem die Kommune Lindi ihn von seiner Stellung als