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Wissenschaftliche Ergebnisse meiner ethnographischen Forschungsreise in den Südosten Deutsch-Ostafrikas ; mit 63 Bildertafeln, 1 Karte und einer Beilabge in Faarbendruck / von Karl Weule
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die Wiederaufnahme des Geschlechtsverkehrs nach der Geburt und die Vorbeugungsmaßregeln gegen eine zu baldige neue Konzeption. Jene hängt von der Erlaubnis des Dorfältesten ab; sie wird nach einer Version erst gegeben, wenn das Kind sitzen kann, nach der andern, wenn es 67 Monat alt ist. Um die Empfängnis zu verhüten, setzt die Frau sich mit einem Fundi in Verbindung, der etwas vom Knotenknüpfen versteht. Der Fundi geht in den Wald, sucht sich zwei verschiedene Rinden und dreht sie zu einer Schnur zusammen; in die Schnur hinein aber reibt er Eigelb. Das kann uns nicht überraschen, denn wie wir wissen, haftet am Ei hier zu Lande ja stets der Fluch des Unfruchtbaren. In die Schnur knüpft er sodann 3 Knoten, wobei er spricht: Du Baum (Rinde) heißt so und so, du so, du aber, du Ei, aus dir wird auch ein lebendes Tier. Aber jetzt will ich nichts Lebendes haben. Und da­mit schürzt er den letzten Knoten. Diese Schnur wird von der Frau um den Leib getragen.

Hilft diese Medizin nicht, so legt die Frau sich nachts eine andere Wurzel unter den Kopf. Morgens wird diese Wurzel weggeworfen und dafür die alte Zauberschnur wieder umgebunden. Will die Frau von neuem schwanger werden, so braucht sie nur die Knoten in der Schnur zu lösen, die Schnur in Wasser zu legen und dies zu trinken. Nachher wird

die Schnur achtlos weggeworfen. Fesselnd sind alle diese Manipulationen gerade im Hinblick auf genau das gleiche Verfahren, das in früherer Zeit auch bei uns ganz allgemein geübt wurde, stellenweise auch heute wohl noch geübt wird, wobei das Knüpfen der Knoten ebenfalls die Empfängnis verhindern soll. Nach anderen mir gemachten Berichten kann übrigens auch der Mann die Schnur umlegen, um sich auf diese Weise für eine bestimmte Zeit unfruchtbar zu machen.

Ein hübsches Beispiel von Analogiezauber bei den Jao ist dann das folgende Verfahren zum Schutz des Kindes. Hat der Mann die Erlaubnis zur Neueröffnung des Geschlechtsverkehrs vom Dorf­ältesten bekommen, so übergiebt ihm der Fundi eine aus gestampften Blättern hergestellte Medizin. Abends kohabitiert der Mann, wobei die Blättermedizin ihm zur Seite liegt. Nach der Kohabitation legt er die Blätter in einen Topf. In diesen hinein waschen sodann Mann wie Frau ihre Geschlechtsteile; auch die Medizinschnüre des Kindes werden hineingetan. Mit der auf diese Weise hergestellten Flüssigkeit wird das Kind gewaschen, der Topf aber danach hinter's Haus gestellt, wo er verbleibt, bis er zerfällt. Durch diese Waschung ist das Kind vor ferneren Krank­heiten geschützt.

Personennamen.

Außerordentlich bezeichnend für den Neger­charakter mit seiner gelinden Neigung zum Spott und der Fähigkeit, an seinem Nächsten sofort jede Schwäche zu entdecken und sie durch einen meist nicht ohne Witz erfundenen Namen zu bezeichnen, sind die Personennamen. Wie überall, wo be­sondere Pubertätsfeste gefeiert werden, so erfolgt auch hier eine Umbenennung des Individuums, doch habe ich den Eindruck, daß dieser zweite Name sich nicht in allen Fällen zeitlich direkt an die Mannbarkeits­feste anschließt, sondern sich unter Umständen erst später bildet, sei es, daß ein körperliches Gebrechen diesen Namen hervorruft, oder aber bestimmte Lebensschicksale, bestimmte Charaktereigenschaften oder anderes. Den ersten Namen bekommt das Kind gleich nach seiner Geburt; erteilt werden diese Namen in der Regel entweder von den Groß­eltern oder aber anderen älteren Leuten des Dorfes.. Auch die Namen werden dieser ältern Generation entlehnt.

Von Frauennamen, wie sie bei den Jao nach dem Chiputu, dem ersten Mannbarkeits­feste, verliehen werden, seien hier folgende auf­geführt:

1. Chemalaga d. h. sie ist ganz allein zurück­geblieben (die anderen sind gestorben?).

2. Chewasonga, die Leute kommen auf sie zu und sagen bald dies, bald das.

3. Chekotowatyi, sie macht viel Gutes, aber die Leute sehen's nicht ein.

4. Chemesichi, welcher Monat?

5. Chechelajero, sie hat es immer schwer.

6. Akulutambiche, die Kette.

7. Akulumbiche, d. h. zwei Dinger zusammen­setzen.

8. Akulinda (kulinda = warten).

9. Chetulaye, sie lebt schlecht.

10. Chemere, mit Absicht (ist sie gezeugt worden ?).

11. Chewaope, ich bin Dein (sie ist Dein).