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Versammlung, die Novizen, ihre Eltern, die Lehrerinnen und die Gäste speisen in fröhlicher Feststimm ung miteinander. Im Übermut wirft man sich sogar mit den Resten. Nach dem Mahle setzt man Wasser auf zur Bierbereitung aus Utulua, dem Malz, und Wasser. Während dieser Zeit müssen sich die Novizen mit einem Dekokt der Blätter- und Wurzelmedizin die Hände waschen. Dies Händewaschen heißt manawa, nach dem Strauch, von dem die Blätter genommen sind. Mit dem Waschwasser Manawa zusammen wird ein Ei gebracht. Unter den Worten : „So sehen die Tes- tikeln der Männer aus; lauft nicht weg, wenn sich ein Mann Euch nähert", wird es den Mädchen gezeigt.
Ist das Bier fertig, so stellt man die Novizen einzeln auf, den Kopf in den Nacken gebogen. In dieser Stellung wäscht man ihnen mit dem Bier den Kopf, der unmittelbar darauf rasiert wird. Von diesem Augenblick ab heißen die Festmädchen Chemari; bis dahin haben sie mwisichana geheißen. Nach allen diesen Zeremonien beginnt eine neue Phase: die Chemari bekommen jede ein Tuch über den Kopf, welches die Gabe des zukünftigen Ehemannes ist. Es heißt mawiko und ist ein Stück weißen Kattuns, oder aber an konservativeren Orten ein Stück Rindenstoff vom Mtschengabaum. Es wird oben zu einem Knoten zusammengebunden und dieser sodann nach innen gewandt. So bildet er eine Art Kappe, die man dem Mädchen auf den Kopf setzt. Von jetzt ab darf nur noch die Lehrerin das Kind sehen; dieses muß auch ganz stumm sein bis auf wenige Worte zu den anderen Chemari. Die Antworten auf die Fragen der Lehrerin werden mittels Kopfbewegungen gegeben.
Im Gegensatz zu der Daggara der Knaben, die für ihre Bewohner die ausschließliche Behausung während der Heil- und Unterrichtszeit ist, dient das Unterrichtshaus der Mädchen diesem Zwecke nur bei Tage. Bei Nacht halten sich Lehrerin und Schülerin in einer kleinen, zu diesem Zweck besonders gebauten Hütte auf, die unmittelbar neben der mütterlichen Behausung liegt. Überall, wo die Verlängerung der Schamlippen angestrebt wird, bildet das Zerren an ihnen einen nicht unwesentlichen Gegenstand des Unterrichts. Zu seiner Ausübung werden Rizinusnüsse (mbarikwa) zu Kohle verbrannt und zerstoßen. Mit dem Ruß an den Händen müssen die Mädchen dann an den Labia zerren. Gleichzeitig
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müssen sie mit den Zeigefingern die eigene Vagina systematisch aufweiten. Die Labia heißen Matunga; die Klitoris heißt nangongo. Sie wird nicht gezerrt. Außerdem wird den Mädchen auch mancherlei hygienisch Wertvolles gelehrt; sie werden im Kneten des Körpers unterrichtet und lernen auch, daß
sie während der Chiputu-Periode nie baden, sondern den Körper nur mit Maiskleie abreiben dürfen.
Nach zwei bis drei Monaten geht der Unterricht zu Ende. Jetzt wird viel Bier gebraut und Essen vorgerichtet. Den Chemari wird in ihren Hütten der Kopf rasiert und der Körper mit Wasser abgerieben ; der Kopf wird mit Öl gesalbt. Gleichzeitig wird das Mädchen mit neuen Stoffen völlig neu eingekleidet. Dann werden die Chemari zunächst rittlings auf den Schultern der Lehrerinnen, späterhin auf Matten auf den Festplatz getragen. Dort müssen sie im Solotanz, dem Chamba und dem Kuwijula, zeigen, was sie im Busch gelernt haben, und bekommen darauf von Freunden und Bekannten Geschenke. Den Beschluß des Festes bildet ein allgemeines Gelage.
2. Matengusi.
Nach dem Chiputu hat das Mädchen einen Mann bekommen, mit dem es zusammen lebt. Menstruiert es im Laufe der Zeit, so bekommt es Angst und geht naturgemäß zu seiner Mutter. Diese holt die frühere Lehrerin, die auch im späteren Leben in einem ganz merkwürdigen Schutzverhältnis zu ihrem Zögling bleibt, ebenso wie auch die Anamungwi der Knaben ihr ganzes Leben hindurch eine gewisse moralische Verantwortung für das Verhalten ihres Schülers tragen. Auch jetzt wird das Mädchen, nachdem wieder genügende Festvorräte hergerichtet worden sind, in eine besondere Hütte gebracht, wo es allein bleibt. Andere Mädchen kommen herzu, trillern und tanzen ; die Lehrerin aber und die anderen erwachsenen Frauen beginnen jetzt einen wahren Kursus von Verhaltungsmaßregeln und Vorschriften zu halten. In seinem Inhalt kurz skizziert, zielt er etwa dahin, daß das Mädchen durchaus nicht krank sei, sondern daß der Zustand nach höchstens 5 oder 6 Tagen vorübergehen würde. Sie dürfe während dieser Zeit mit niemandem verkehren, weder mit ihrem eigenen Mann, noch mit anderen; außerdem müsse sie sich rein halten und waschen. Dabei werden Lieder gesungen und Tänze aufgeführt; es wird gegessen und getrunken. Das Mädchen aber wird eingesperrt, bis es wieder gesund ist.
3. Chituumbu.
Bleiben die Menses aus, so geht die junge Frau zur Mutter und erzählt ihr den Tatbestand. Die Mutter besieht sich die Brustpartie der jungen Frau und bedeutet ihr dann, sie sei wohl krank; dann läßt sie die Tochter gehen. Darauf macht sie der Lehrerin von dem Geschehnis Mitteilung, die nun ihrerseits das junge Weib kommen läßt und ihm ebenfalls bedeutet, es sei krank, die Krankheit werde sich aber beheben. Im fünften Monat wird der Schwangern der Kopf