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Handbuch des Deutschtums im Auslande : nebst einem Adressbuch der deutschen Auslandsschulen / hrsg. vom Allgemeinen Deutschen Schulverein zur Erhaltung des Deutschtums im Auslande
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Chile. Allgemeines, Handelsverkehr.

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VII. Wle.

(H. Kunz, Chile und die deutschen Kolonien. Leipzig. f1391) K. Kärger, Landwirtschaft und Kolonisation im spanischen Amerika, 2 Bde. Leipzig 1RN. I. Unold, Tn<> Deutschtum in Chile, München 1399. Viosurs ?sre? I-i.osa.1es, Reeuei-äos ^kl8g.6c>, Lantis-Ao 1882. 8in,)psis estaäi^tioa 1 ^eo^räüeA. 1a L.epül,1ieti. äk L!lii1t> en 1902. Siiirti^o 1903. W. Sievers, Südamerika und die deutschen Interessen. Stuttg. 1903. A. Hettn er, Die Deutschen in Südchile, in: Geogr. Zeitschr., 8, Jahrg. sl902l. P. Stange, Westpatagonien im Lichte der neuesten Forschuugsresultate, ebenda.»

Wenn man zu einer richtigen Beurteilung der natürlichen und wirtschaft­lichen Verhältnisse Chiles gelangen will, so darf man nicht vergessen, daß sich das Land durch 38 Breitengrade hindurch erstreckt und so lang ist, daß es von der Sächsischen Schweiz bis an die Nordspitze von Kamerun reichen würde. Wao alle Teile des schmalen, im Durchschnitt etwa 250 Km breiten Streifens mit­einander gemein haben, ist allein ihre Lage zwischen dem Hochgebirge der Anden und dem Großen Ozean. Im übrigen aber müssen namentlich in Hinsicht auf die Bodenform vier Abschnitte unterschieden werden: 1. Im mittleren Chile sind die Anden und die parallel zu ihnen verlausende Küstenkordillere durch ein gewaltiges Längstal voneinander getrennt. 2. Südlich davon treten Meeres­teile an die Stelle des Tales und eine lange Reihe von Inseln an die Stelle der Küstenkordillere. 3. Nördlich von Mittelchile sind Anden und Küstengebirge durch Querriegel miteinander verbunden. 4. Noch weiter nördlich gabeln sich die Anden und schließen Hochflächen ein, und das Gelände sällt bis an den Fuß des niedrig gewordenen Küstengebirges in breiten Stufen ab.

Die wirtschaftliche Entwicklung des nördlichsten (4.) Abschnittes beruht, da jahrelang überhaupt kein Regen fällt, ausschließlich auf dem Bergbau.

Dieser ist auch in dem sich anschließenden Gebiet der Quertäler bedeutend - in den Tälern gestattet aber der spärliche Winterregen daneben den Betrieb von Landwirtschaft.

Im Abschnitt des zentralen Längstales hat der nördliche Teil zwar auch nur Winterregen, die Regenmenge nimmt aber von Norden nach Süden rasch zu, und die Provinzen Valdivia und Llanquihue gehören zu den regen­reichsten Gebieten der Erde. Mittelchile ist der eigentliche Sitz der chilenischen Landwirtschaft, die da, wo es nur im Winter regnet, mit künstlicher Bewässerung betrieben wird. Von der Anbaufläche entfällt mehr als die Hälfte auf Weizen, in den Rest teilen sich Gerste, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Mais, Luzerne und Weinrebe.

Im südlichen Abschnitt nehmen die Niederschläge noch bis zum 48. Breiten­grade zu, dann aber rasch ab. Der größte Teil dieses Gebietes ist mit dichtem Urwald bedeckt und sast noch menschenleer.

Chile und die deutsche Volkswirtschaft.

Die chilenische Aussuhr (ausschließlich des gemünzten Goldes) hatte im Jahre 1902 einen Wert von 225 Millionen Mark, wovon neun Zehntel ans Bergbanprodukte, namentlich Salpeter, Kupfer, Jod, Silber und Boraxkalk ent­fielen. Der Wert des Salpeters allein machte drei Viertel der Gesamt-Ausfuhr auo, und der auf Salpeter und Jod gelegte Ausfuhrzoll ist die Hauptstütze des staat­lichen Haushalts. Das letzte Zehntel der Ausfuhr verteilt sich auf Sohlleder, Häute, Wolle, Wachs, Honig, Weizen, Gerste und Nüsse. Gegen 30°/° der chilenischen Ausfuhr werden von Deutschland ausgenommen.^) Die Einfuhr Chiles betrug im Jahre 1902 gegen 180 Millionen Mark und umfaßte außer

i) Da die Grundlagen der Schätzung in Chile andere sind als in Deutschland, so können diese Werte mit denen der unten folgenden Uebersicht nicht verglichen werden.