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Handbuch des Deutschtums im Auslande : nebst einem Adressbuch der deutschen Auslandsschulen / hrsg. vom Allgemeinen Deutschen Schulverein zur Erhaltung des Deutschtums im Auslande
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Peru. Pozuzu. Konsulate. Bolivien.

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wohin es zum größten Teil geht, vielfach als Arzneimittel verwandt wird. Zuckerrohr wird nur zur Branntweinbereitung ^Ccum) angepflanzt. Unter den Gemüsen spielen Bohnen und Gurken eine ^ wichtige Rolle. Viehzucht und Geflügelzucht betreibt man nur zur Deckung des Hausbedarss. Pserde, Maultiere und Esel werden als Lasttiere verwandt, während Ziegen und Schase einen Hang zum Verwildern zeigten und im Urwald verschwanden.

Doch wird die Kolonie trotz mancher günstigen Vorbedingung nie einen bedeutenden Ausschwung nehmen können, weil sie allzu weit abseits gelegen ist und keiner der für die Zukunft geplanten Verkehrswege in ihrer Nähe vorbei­führt. Ihrer Abgeschlossenheit haben es aber die Kolonisten mit zu verdauten, daß sie nicht mit sremden Volksteilen vermischt worden sind. Sie haben auch ihre Sprache und Sitte treu bewahrt, wenn sie auch die deutsche Staats­angehörigkeit allmählich größtenteils verloren haben.

Deutsche Konsulate.

Arequipa, Konsul, das Departement Arequipa mit Ausschluß der Provinz Jslav, das Departement Puno und die Provinz Tarata. Cajamarea, Konsul, die Departements Cajamarea, Amazonas und Chachavonas. Callao, Konsul, die konstitutionelle Provinz Callao. Cuzco, Vize-Konsul, die Departements Cuzco und Apurimac. Jquitos, Vize-Konsul, das Departement Loreto. La Merced, Vize-Konsul, die Departements Huanuco und Juniu, soweit letzteres nicht dem Konsulate Lima unterstellt ist. Lima, Konsul, die Departements Lima, Ancachs, Huaneaveliea, Ayaeucho und Jen, ferner vom Departement Juniu die Provinz Cerro de Pasco und von der Provinz Tarma die Distrikte Janli, Junin, Carnuamavo und Morcopomacocha. Mollendo, Konsul, die Prvviuz Jslav, und Provineia litoral de Moquegua. Piura, Konsul, das Departement Piura. Salaverrn - Trujillo, Konsul, die Departements Libertad und Lambaveque. Ressort: Pacasmayo, Konsular-Agent.

VI. Bolivien.

(Wintzer, a. a. O, S- 70 f. Sievers, a. a. O. S- 84 ff.)

Bolivien ist in seiner wirtschaftlichen Entwicklung aHerordeutlich zurück­geblieben, da es seit der Niederlage, die es im Kriege mit Chile im Jahre 1880 erlitt, gänzlich vom Meere abgeschnitten und daher, zumal es einen brauchbaren Wasserweg nicht hat finden können, in Abhängigkeit vvu den Nachbarstaaten geraten ist. Dazu kommt, daß das Land mehr wie die andern südamerikanischen Staaten unter der Indolenz und Unsähigkeit seiner Bewohner, die entweder Mischlinge zwischen Europäern und Indianern oder reine Indianer sind, zu leideu hat. In der Hauptsache ist es nach wie vor ein Bergbaulaud, das seinem Reich­tum an Gold, Silber, Kupser und namentlich Zinn sast alles verdankt. Land­wirtschaft und Viehzucht sind so weuig entwickelt, daß sie nicht einmal den eigenen Bedarf zu decken vermögen, und solange die anbaufähige Hochebeue, in deren Mittelpunkt Oruro liegt, keine Verbindung mit dem Meere hat, ist eine Besiedlung größeren Stils ausgeschlossen.

So findet man denn heute sast keinen deutscheu Landwirt oder Plantagen­besitzer in Bolivien. Von den drei deutschen Aerzten und 1020 Handwerkern, die hier vor einigelt Jahren (1900) lebten, abgesehen, sind die Deutschen sast ausschließlich Kaufleute; ist doch der Großhandel seit etwa 50 Jahren im Lause der Zeit immer mehr in deutsche Hände gelangt. Mehr als 30 Millioneil Mark deutschen Kapitals sind im Lande angelegt; deutsche Firmeu gab es im