326 Venezuela, Deutsches Kapital. Konsulate. — Columbien.
Unternehmungen die günstigen Vorbedingungen nicht recht wahrgenommen zn werden scheinen. Vielfach sind auch deutsche Handwerker in den Städten tätig.
Der Wert der gesamten deutschen Interessen beläuft sich nach Schätzungen auf zusammen 200 Millionen Mark, wovon 60 Millionen bei der Großen Venezuela-Eisenbahn-Gesellfchaft, A.-G- (Sitz Hamburg), 20 Millionen in Pflanzungen/) Fabriken und Minen angelegt sind, während die deutschen Kaufhäuser mit einem Kapital von 50 bis 60 Millionen Mark und ebenso hohen Krediten arbeiten.
Deutsch-evangelische Gemeinden und deutsche Schulen gibt es außer denen zu Tovar und Carücas nicht.
Die einzige deutsche Zeitung Venezuelas ist die bereits erwähnte, in Caracas erscheinende „Deutsche Zeitung".
Verteilungsstellen des Deutschen FlottenVereins bestehen in Carüeas, Maracaibo, Valencia, Ciudad Bolivar und Puerto Cabello.
Deutsche Konsulate.
Carücas, Konsul, der Bundesbezirk und Staat Miranda mit Ausschluß der Meeresküste von beiden bis zum Kamm der Cordilleren und mit Ausschluß der Jusel Margarita sowie der Staaten Aragua und Guarico. Carüpano, Vize-Konsul, der Hasen von Carüpano. Ciudad Bolivar, Konsul, der Staat Bolivar und die Buudes-Territorien Amazonas und Juruari. La Guavra, Konsul, der Staat Bermudez mit Ausschluß des Hafens von Carüpano, der Meeresküste des Bundesbezirks und des Staates Miranda bis zum Kamm der Cordilleren, der Insel Margarita und der Bundesterritorien von Cristobal Colon, Colon und Delta Amacuro. Maracaibo, Konsul, die Staaten Zulia, Falcon, Trujillo und Mvrida mit Ausschluß des Bezirks Tovar des Staates Mvrida. Puerto Cabello, Konsul, die Meeresküste der Staaten Carabobo und Lara mit ihren Häfen. San Cristöbal, Konsul, der Staat Tüchira sowie der Bezirk Tovar des Staates Msrida. Valencia, Konsul, der Staat Zamora sowie mit Ausschluß der Meeresküste und ihrer Häfen die Staaten Carabobo und Lara.
III. Goüunbien.
>W- Wintzer, Die Deutschen im trop. Amerika, S, 54 ff. — Sievers, a. a. O., S-79 s.)
Columbien kann zwar wegen der ergiebigen Fruchtbarkeit seines Bodens und namentlich wegen seiner ungeheuren Schätze an Mineralien mannigfachster Art als eines der reichsten südamerikanischen Länder bezeichnet werden; seine wirtschaftliche Entwicklung ist jedoch durch die vielen politischen Wirren, besonders durch die Revolution von 1899—1902, auss schwerste gehemmt worden, und daß sich schließlich das wertvollste Gebiet, der Isthmus von Pananm, als selbständige Republik loslöste, bedeutete einen unersetzlichen Verlust für den Staat.
Bei den ungeordneten wirtschaftlichen und Kreditverhältnissen ist auch die Handelsstatistik recht mangelhaft, so daß man, wenn man den deutschen Anteil am Außenhandel feststellen will, sich mit den Ziffern der deutschen Statistik und tm übrigen mit Schätzungen begnügen muß. Ist es richtig, daß im Jahre 1898 der Wert des Gesamthandels sich auf 120 Millionen Mark belief, in welche
) Plantagen namentlich für den Anbau von Kaffee, Zucker und Kakao werden unterhalten von den m Hamburg ansässigen Gesellschaften m. b. H., „Plantage Mariara" 'gegr-18!»!'; Kapital 1 Million Mark) und „Venezuela-Plantagen-Gesellschaft" (gegr. 1893; Kapital 1 Million Mark). , > / ! ^ »