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Handbuch des Deutschtums im Auslande : nebst einem Adressbuch der deutschen Auslandsschulen / hrsg. vom Allgemeinen Deutschen Schulverein zur Erhaltung des Deutschtums im Auslande
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Guayana. Konsulate. - Venezuela. Handelsbezieluu'.qen ;u Deutschland. .^-i

Im englischen Demarara tritt die Tätigkeit der Herrnhuter hinter der der britischen Missionen zurück; im Jahre 1902 bestanden hier eine Station und zwei Außenstationen, zu denen sich insgesamt 940 Christen hielten.

Deutsche Konsulate.

Vom Konsulat in Georgetown für Britisch-Guayana ressortiert die Konsular-Agentur in New Amsterdam (Berbice). Das Konsulat für Nieder- lttndisch-Guavana befindet sich in Paramaribo.

II. Venezuela.

(W. Wintzer, Die Deutschen im tropischen Amerika. München 1!»02. S, Passarge, Die deutschen Interessen in Venezuela, in: Deutsche Kolonialzeitung, U». Jahrg. (1902), S. 525f. W. Sievers, Venezuela und die deutschen Interessen, Mit einer farbigen Karte. Halle a, S. 1W3. ^Angewandte Geogr, Hrsg. v. K. Dove, I, 3.s Schillbach, D. Deutschtum in Venezuela, in: D. Deutschtum im Auslande, 21. Jg. s1902^, S. K2ss,>

Venezuela und die deutsche Volkswirtschaft.

Der Gesamthandel Venezuelas ist stets erheblichen Schwankungen ausgesetzt gewesen, da die vielen Revolutionen bisher eine ruhig fortschreitende Ent­wicklung verhindert haben und die Ausfuhr, von deren Höhe die Kaufkraft der Bevölkerung und damit auch die Größe der Einfuhr abhängt, in der Hauptsache aus einem Artikel, dem Kaffee, beruht. Jnsolgedessen wies auch die Beteiligung Deutschlands, die man sür die letzten Jahre aus etwa ^/s des gesamten Handels­umsatzes schätzen dars, von jeher, dem Ernteaussall und dem Stande der Kaffee­preise entsprechend, bald höhere, bald geringere Werte aufi So ist der Wert der venezolanischen Ausfuhr nach Hamburg im siebenten Jahrzehnt des 19. Jahr­hunderts im Jahresdurchschnitt sast doppelt so groß gewesen wie in den vorher­gehenden zehn Jahren, und während der Jahre 18711880 war er beinahe doppelt so hoch wie im solgenden Jahrzehnt. Auch die höchste bisher nicht wieder erreichte Beteiligungsziffer, 27,8 Millionen Mk. im Jahre 1893, war die Folge eines sprunghaften Emporschnellens; zwar hielt sich der deutsche Handel im solgenden Jahre fast aus der gleichen Höhe und erzielte auch 1896 noch 26,4 Millionen Mk. Seitdem aber ist er, wenn auch immer unter Schwankungen, bedeutend gesunken, bis er im Jahre 1902 auf 14,4 anlangte. Diese rück­läufige Bewegung, die sich sowohl auf die Einfuhr wie auf die Ausfuhr erstreckte, war jedoch nur eine Folge des allgemeinen Rückganges des venezolanischen Handels; sie ist jedensalls nicht oder doch nur zu einem ganz geringen Teil auf den deutsch-venezolanischen Konflikt, vielmehr ans das anhaltende Sinken der Kaffeepreise, das im Jahre 1896 einsetzte, zurückzusühreu, wie sie denn auch am deutlichsten an den Ziffern der Kaffeeausfuhr nach Hamburg, das deu größten Teil des deutsch-venezolanischen Handels vermittelt, erkennbar ist. Die abwärts­gehende Entwicklung scheint indessen im Jahre 1902 ihr Ende erreicht zu haben! die Einsuhr Deutschlands nach Venezuela während des Jahres 1903 übertrifft die des vorigen um 1,4 Millionen Mk., und da auch die Ausfuhr nach Deutsch­land sich etwas gehoben hatte, ergab sich nnt insgesamt 15,8 Millionen Mk. zum erstenmal wieder eine Zunahme.

In der Ausfuhr des Landes spielt, wie bereits erwähnt, der Kaffee die maßgebende Rolle. Deutschland stand unter den Abnehmern dieses wichtigsten Artikels noch im Jahre 1900 an erster Stelle, während es im folgenden Jahre plötzlich von den Vereinigten Staaten zurückgedrängt wnrde; es verdient hervor­gehoben zu werden, daß auch diese Verschiebung zu Nngnnsten der Deutschen lange